Der Sinn der Ehe schwindet

Kolumne von Cora Stephan

„Der Trend zur „Ehe für alle“ scheint unaufhaltsam. Dass der historische Sinn der Ehe nivelliert wird, hat aber einen anderen Grund: Der Staat maßt sich Aufgaben an, für die traditionell die Familie stand.

„Wird „Ehe für alle“ die Verhältnisse zum Tanzen bringen? Werden demnächst  Geschwister heiraten? Wird sich die  Vielweiberei  durchsetzen? Mag sein, dass solche angstvolle Visionen übertrieben sind.  Und doch ist die Furcht, „Ehe für alle“ bedeute eine Erosion des Fundaments der Gesellschaft,  nicht gänzlich unberechtigt. Es ist der Generationenzusammenhang, der auf dem Spiel steht.“   –

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/stephans-spitzen-der-sinn-der-ehe-schwindet/11885086-all.html

und

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/stephans-spitzen-ehe-fuer-alle/11851500.html

und

http://www.welt.de/politik/deutschland/article142390385/Bundesrat-dringt-auf-Gleichstellung-der-Homo-Ehe.html

Mit Blick auf die SPD ein Grund, sich wieder mal an den Kopf zu fassen. Ist der SPD noch zu helfen? Ich glaube es nicht. Schade.

Kommentar GB:

Manchmal hilft ein Blick ins Grundgesetz, das in dieser Hinsicht vollkommen klar von [ Ehe und Familie ] spricht, sowie von Pflege und Erziehung der (biologischen) Kinder. Das, die Fortpflanzung, ist die Basis, und eben nicht die Ehe als bloße Partnergemeinschaft.

Dies zu übersehen ist selbst schon ein Verfallensein an das um sich greifende dekadente Denken, in dem fortwährend das Sein zum Sollen erklärt wird, obwohl das bekanntlich ein naturalistischer Fehlschluß, also ein Denkfehler ist.

Denn was sein soll, dass muß erst einmal eigenständig begründet werden. Im Art. 6 GG ist eine solche Begründuung implizit enthalten. Der Zweck von Ehe & Familie sind die Kinder und damit die biologische Reproduktion der Gesellschaft. Es geht dabei objektiv überhaupt nicht um narzisstische Erwachsene, denen die Gesellschaft sowieso gleichgültig ist, solange nur ihr eitles Ego sich wohlfühlt, und zwar ganz einerlei, ob dieses nun homo- oder heterosexuell gepolt ist.

Allerdings unternimmt Cora Stephan einen Versuch einer solchen Begründung, wenn sie schreibt:

„Ehe ist also offenbar auch ohne Kinder ein Wert – warum? Weil sich zwei Menschen dazu verpflichten, einander in guten und in schlechten Zeiten beizustehen. Das ist Subsidiarität im besten Sinne des Wortes: Solidarität als eine private Verpflichtung, zwar staatlich beglaubigt, aber nicht staatsabhängig.“ –  Ja, das mag man so sehen, aber das ist nicht die Sicht des Grundgesetzes, sondern es ist allenfalls gerade noch mit ihm vereinbar. Es war den Grundgesetzgebern ganz selbstverständlich klar, dass die eheliche Partnerschaft ihren Sinn und Zweck erst durch die biologischen Kinder erhält. Das mag allen denen nicht passen, die die Bedeutung der Fortpflanzung verleugnen, es ist aber dennoch so. Cora Stephans Argument der Subsidiarität, die vom Grundgesetz tatsächlich eingeschlossen wird, ist zwar nicht falsch, bleibt aber weit hinter ihm zurück. Es ist nicht mehr als eine dürftige Restlegitimation der Ehenorm, unter Verzicht auf das, was ihr wesentlich ist. Cora Stephans Argumentation ist selbst das Ergebnis eines dekadenten Zerfallsprozesses, dessen Übermacht selbst gegen sein Kritiker sich eben darin erweist.

Und Herr Diez versteht schon mal gar nichts, siehe oben und ferner:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/die-homo-ehe-und-das-grundgesetz-a-1038549.html#ref=meinunghp

Weitere – unkommentierte – Beiträge zum Thema:

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001904

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001903

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001898

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 6 

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.