Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit?

Von Hadmut Danisch

„Wege aus der Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern“

„Ich war heute bei einer Veranstaltung der (SPD-)Friedrich-Ebert-Stiftung und der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft.

Erwartet hatte ich das übliche feministische Gejaule.

Vorgefunden habe ich jedoch eher ein postfeministisches Scherben-Zusammenkehren.“   –http://www.danisch.de/blog/2015/06/13/gleiches-geld-fur-gleichwertige-arbeit-wege-aus-der-entgeltungleichheit-zwischen-den-geschlechtern/comment-page-1/#comment-84884

Kommentar GB:

Mein Eindruck ist, dass es hier um einen innerfeministischen Paradigmenwechsel handeln könnte: weg vom Gender-Gleichheitsfeminismus,  dessen offensichtliche Absurdität sich inzwischen herumgesprochen hat, aber ohne dass dieser geistige Bankrott offen zugegeben würde, und hin zum Differenzfeminismus, der diesen Unsinn zwar vermeidet, aber in unlösbare Legitimationsprobleme hineinführt.

Und da diese Leute mutmaßlich nicht in der Lage sind, auf diesem mehr sachlichen Feld kohärent und empirisch belastbar zu argumentieren, muß dann die Zuflucht zu irgendwelchem Geschwätz gesucht werden, damit den nackten verteilungspolitischen Forderungen, um die es ja immer nur geht, wenigstens ein dünner Schein von scheinbarer Plausibilität mitgegeben werden kann. Und das war´s dann auch schon. Damit werden sie nicht sehr weit kommen.

Trotzdem wäre das m. E. gewisser Fortschritt, weil damit die Spinnerinnen des Gender-Gleichheitsfeminismus als die erkannt wären, die sie tatsächlich sind. Was wir bezüglich dieser Gruppe gesellschaftlich brauchen, das sind zugedrehte Geldhähne: so schnell wie möglich. Einen Fortschritt sehe ich auch darin, dass hier die Verteilungspolitik in die erste Reihe tritt.

Denn nun kann endlich ohne ideologische Verbrämungen und Pseudo-Plausibilisierungen über Verteilungspolitik, Lohnhöhen und Arbeitsbedingungen öffentlich gesprochen und verhandelt werden, einschließlich der vorhandenen oder nicht vorhandenen Begründbarkeiten.

Und diese Klarheit und Direktheit allein ist bereits ein erster Schritt zur Aufklärung hin.

Damit wird an das seit der Klassik altbekannte ökonomietheoretische Thema der Lohn- bzw. Gehaltshöhe angeschlossen, zum Beispiel an die verschiedenen Lohntheorien, die entweder rein markttheoretisch argumentieren, oder die eine normative Komponente einzubringen versuchen, als  sogenannter „gerechter Lohn“, oder die teils markttheoretisch, teils reproduktionslogisch und teils machtpolitisch argumentieren wie im Falle des „Werts der Arbeitskraft“. Damit wären wir jedenfalls so oder so außerhalb des feministischen Archipels mit all seinen Untiefen.