Prozess gegen Strauss-Kahn

„Ein Gericht in Lille hat Dominique Strauss-Kahn im Prozess um Sexpartys freigesprochen.

Nun steht die Frage im Vordergrund: Wurden die pikanten Details über sein Privatleben unnötig an die Öffentlichkeit gebracht?“

12.06.2015, von Michaela Wiegel, Paris   –   Auszug:

„War das Verfahren überhaupt nötig?

Aber für den Mann interessiert sich niemand, denn schon konzentriert sich die Debatte auf die Frage, ob sich Frankreich den Prozess besser erspart hätte. „Man hat das Privatleben eines Mannes preisgegeben, ohne jeden Grund, ohne jeden Sinn“, klagte Anwalt Malka. Der sozialistische Abgeordnete François Loncle beschwerte sich darüber, wie lange es gedauert habe, Strauss-Kahn von den schändlichen Vorwürfen freizusprechen.

In der Nationalversammlung beschlossen die Abgeordneten derweil ein neues Gesetz, mit dem künftig Kunden von Prostituierten strafrechtlich verfolgt werden können. Der feministische Verband „Nid“, der gegen Strauss-Kahn als Nebenkläger aufgetreten war, befand, dass der Prozess zumindest die Öffentlichkeit für das Schicksal der Prostituierten sensibilisiert habe. „Wir sind mit dem Urteil nicht zufrieden“, sagte Loraine Questiaux vom Verein „Nid“. „Aber vielleicht trägt es dazu bei, dass künftig härter gegen die Freier vorgegangen wird.“ “

Zum Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/strauss-kahn-vom-vorwurf-der-zuhaelterei-freigesprochen-13643680.html