Chaostage beim IWF

Von , New York

„Ein Industrieland lässt eine Zahlungsfrist des IWF verstreichen. Das galt bisher als unvorstellbar. Ökonomen sehen die Krisenpolitik des Währungsfonds als gescheitert an. Die Griechenland-Krise zwingt ihn jetzt zum Umdenken.“

„Trotz aller Warnungen und Bedenken – der IWF segnete das Kreditpaket für das damals praktisch schon insolvente Land ab. Der damalige IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn soll sich dabei auch über seine engsten Berater hinweggesetzt haben – offenbar mit Blick auf die französische Präsidentschaftskandidatur, die er anstrebte. Doch auch dieser Plan ging nie auf: Ein Jahr später brachte Strauss-Kahn ein Vergewaltigungsprozess in New York um den Job beim IWF und machte seine Hoffnungen auf eine weitere Polit-Karriere zunichte.

Nun steht Strauss-Kahns Nachfolgerin Christine Lagarde, die auch die Griechenland-Krux geerbt hat, im Kreuzfeuer. Frankreichs frühere Finanzministerin war schon bei ihrem Amtsantritt 2011 umstritten. Manche bezweifelten, dass sie die globalen Wirtschaftskrisen managen könne – eine Vorhersage, die sich nun zu bewahrheiten scheint.

Das meiste Geld floss an Banken

In Griechenland ist der IWF vor allem wegen der harten Sparauflagen verhasst. Doch umstritten ist auch, wofür die Darlehen des Fonds genutzt werden. Nur ein Bruchteil der IWF-Kredite kam tatsächlich Griechenland zugute – das meiste Geld floss an die Gläubigerbanken. Auch hier setzt die Kritik des brasilianischen Ökonomen Batista an. Er bezeichnete die IFW-Strategie für Griechenland als „gescheitert“ und forderte Reformen des Währungsfonds. Doch diese scheitern seit Jahren am Widerstand aus den USA.“ (Hervorhebungen: GB)

Zum – sehr lesenswerten – Artikel:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-iwf-droht-chaos-nach-zahlungsausfall-a-1041478.html