Debatte um Gleichstellung: Kramp-Karrenbauer: Kinder brauchen Hetero-Eltern

„Saarlands Ministerpräsidentin hat sich erneut gegen ein Adoptionsrecht für Lesben und Schwulen ausgesprochen – die LSU kritisiert ihren „Sinneswandel“.

Der Landesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) im Saarland, Christian Düppre, hat in einer Pressemitteilung die CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert.

Die 53-Jährige hatte sich in der am Freitag erschienenen „Wirtschaftswoche“ gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen: „Bei Adoptionen geht es um das Kind. In Kitas und Schulen sprechen wir darüber, wie wichtig es für Kinder ist, sowohl Frauen als auch Männer als Bezugspersonen zu haben“, sagte sie dem Magazin aus Düsseldorf.

„Beim jetzt diskutierten vollen Adoptionsrecht für homosexuelle Paare soll diese Frage keine Rolle spielen. Mir leuchtet dies nicht ein. Deshalb bin ich gegen das volle Adoptionsrecht“, so Kramp-Karrenbauer weiter.“ (…)

„Es geht bei der Streitfrage der gemeinschaftlichen Adoption von Kindern durch Partner gleichen Geschlechts längst nicht mehr um die Grundsatzfrage, ob Kinder bei Lesben und Schwulen aufwachsen dürfen“, wies sie Düppre am Samstag zurecht. „Diese Frage ist durch die Zulassung der Sukzessivadoption durch das Bundesverfassungsgericht längst entschieden und rechtlich zulässig. Es verbleibt nur noch eine Verfahrensfrage, ob die Adoption wie bei heterosexuellen Ehegatten sofort in einem Akt erfolgen soll oder eben nacheinander. Dies ist sogar in einem einzigen Termin möglich.“ (…)

„Kramp-Karrenbauer wisse aus ihrer Zeit als Jugendministerin, „dass zwar genügend Eltern zur Adoption von Kleinstkindern zur Verfügung stehen, Pflegeeltern für ältere Kinder jedoch händeringend gesucht werden“, so Düppre. „Dort greift man gerne auf gleichgeschlechtliche Paare zurück, damit Kinder nicht im Heim landen. Auch als zuständige Ministerin hat sie dies keineswegs unterbunden. Ist sie der Meinung, dass diese Kinder in Pflegefamilien leben, dann aber nicht adoptiert werden dürfen?“ Man wisse nicht, „woher ihr Sinneswandelt rührt“.“

Zum Artikel:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=24270

Kommentar GB:

Welche Motive stehen hinter dieser hier vertretenen Position?

Vor allem, welche – bewusst oder unbewusst – nicht offen kommunizierten Motive?

Und: geht es bei diesen überhaupt um das Wohlergehen der Kinder?

Oder geht es – hauptsächlich – um die diversen Bedürfnisse der Erwachsenen?