Der „Fall“ Tim Hunt: Tonmitschnitt bringt seine Verfolger in Bedrängnis

„Es waren nur ein paar Tweets von zwei Journalistinnen und einem Journalisten, aber der Nobelpreisträger Sir Tim Hunt hatte keine Chance: Was über seine Äusserungen bei einem kurzen Toast auf einer Konferenz in Korea verbreitet wurde, bedeutete das Ende seiner Karriere. Als angeblicher „Sexist“ wurde er gedrängt, seine Ehrenämter niederzulegen, und seiner unbeteiligten Frau erging es nicht besser. Der Vorwurf der dem Feminismus nahe stehenden Angreifer lautete, er hätte sich sexistisch über Frauen geäussert, und im Netz wurde diese abgesprochene und geplante Aktion als Wahrheit weiter verbreitet. Andere Anwesende widersprachen den Behauptungen, aber sie kamen nicht durch: In wenigen Stunden wurde Tim Hunt von den Medien und Netznutzern vorgeführt, verhöhnt und ausgegrenzt. Der Guardian, die BBC, die Zeit: Sie alle beteiligten sich aktiv und einseitig an einer moralischen Hinrichtung und unterstützten das Narrativ der Angreifer. Tim Hunt und andere erklärten, er hätte einen vom Auditorium sehr wohl verstandenen Witz über sich selbst gemacht. In einem Editorial forderte der bislang als Aufklärer respektierte Guardian dagegen von Tim Hunts Universität, dem Druck der Verteidiger nicht nachzugeben und den Nobelpreisträger nicht zu rehabilitieren – die Hauptanklägerin Connie St.Louis sei dagegen eine Verfolgte des Netzes.“

Zum Artikel:

https://blogs.faz.net/deus/2015/07/24/der-fall-tim-hunt-tonmitschnitt-bringt-seine-verfolger-in-bedraengnis-2730/

Kommentar GB:

Wann tritt die Universitätsleitung endlich komplett zurück? Oder: wann wird abgelöst?