Liberalismus

„Es war im Sommer 1960. Die deutschen Neoliberalen waren in heller Aufregung. In der „Mont Pèlerin Gesellschaft“, dem exklusiven Hort des akademischen Liberalismus, brodelte es. Eine wahre Schlammschlacht spielte sich ab im vornehmen Männerzirkel. Am Ende fühlte sich sogar Wirtschaftsminister Ludwig Erhard genötigt einzugreifen. Erhard, von Haus aus Wirtschaftsprofessor, war selbst Mitglied im Kreis der Neoliberalen: „Der Sache des Liberalismus würde gewiss ein ernster Schaden zugefügt, wenn die Gesellschaft der Gefahr einer Spaltung ausgesetzt würde; dies umso mehr, als es ausgerechnet auf deutschem Boden und in unmittelbarer Nähe des Eisernen Vorhangs geschähe“, ließ Erhard seinen Staatssekretär Alfred Müller-Armack ausrichten. Der offene Ausbruch von Streitigkeiten sei unter allen Umständen zu vermeiden.“

Zum Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/liberalismus-verfuehrung-von-rechts-13709496.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Kommentar GB:

Man lese in Ergänzung dieses interessanten und lesenswerten Artikels die ausführlichen kritisch-historischen Analysen von

Jürgen Nordmann: Der lange Marsch zum Neoliberalismus – Vom Roten Wien zum freien Markt – Popper und Hayek im Diskurs, VSA-Verlag: Hamburg 2005; sowie

David Harvey: Kleine Geschichte des Neoliberalismus, Rotpunktverlag Zürich 2007