Ökonomie: Frauen gegen den Sparzwang

„In Berlin trafen sich 370 feministische Ökonominnen und diskutierten über die Weltwirtschaft.

Sie alle waren sich einig: Die europäische Austeritätspolitik ist schädlich!

„Es war auffällig, mit welcher Einhelligkeit die Expertinnen – darunter immerhin viele Professorinnen renommierter Universitäten – dem widersprachen, was Politik und Medien seit Jahren verlauten lassen: dass Sparen der einzige Weg aus der Krise sei, dass vor allem im sozialen Bereich gespart werden müsse, bei Löhnen, bei Renten, an Schulen, Krankenhäusern, bei der Sozialhilfe, an öffentlicher Infrastruktur. Den Wohlfahrtsstaat der siebziger und achtziger Jahre, so predigen ja längst auch sozialdemokratische Parteien, könnten wir uns „nicht mehr leisten“. Die feministische Ökonomie ist da anderer Ansicht. „Let’s stop Austerity“ war das wiederkehrende Mantra der Konferenz.“

von Antje Schrupp

http://www.zeit.de/kultur/2015-07/feministische-oekonominnen-gegen-austeritaetspolitik-iaffe

Kommentar GB:

1. Auch ein blindes Huhn findet ab und zu ein Korn – siehe oben. Daran allerdings ist nichts Neues, wirklich gar nichts. Keynes hat seine ´Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes´ bereits 1936 veröffentlicht. Seither gibt es eine ganze Reihe von postkeynesianischen Theoretikern, von Joan Robinson, der, vielleicht abgesehen von Rosa Luxemburg, vermutlich bedeutendsten Ökonomin überhaupt, bis hin zu Hyman P. Minsky und Paul Davidson. Aber ob Antje Schrupp davon jemals etwas gehört oder gelesen hat?

2. Hat mir Antje Schrupp außer der hartnäckigen Wiederholung des Gender Pay Gap – Schwindels etwas Wissenswertes berichtet? Nein.

3. Wozu braucht es „feministische“ Ökonomie? Keine Ahnung. Haben Sie eine Idee? Wenn Frauen in der Ökonomie eine frei gewählte Forschungsfrage stellen, dann können sie das doch immer schon tun. Dasselbe gilt für männliche Forscher. Das einzige was erwartet wird, das  ist, dass diese Fragen dann methodisch sauber untersucht und dargestellt werden.

4. Also warten wir mit großer Gelassenheit ab, ob es irgendwann ein Buch geben wird, das es rechtfertigen könnte, von einer „feministischen“ Ökonomie zu sprechen. Aber hoffentlich nicht mit dem mutmaßlichen Untertitel: „Märkte haben ein Geschlecht“!