Rauswurf wegen Sexismus: Ehemaliger Student enterbt Tim Hunts Universität

von Gina Thomas

„Der Nobelpreisträger Tim Hunt musste das University College London wegen eines frauenfeindlichen Witzes verlassen. Die Proteste dagegen mehren sich – und ein früherer Student zieht Konsequenzen.“

„Der erzwungene Rücktritt des Nobelpreisträgers Tim Hunt von seiner Ehrenprofessur kommt das University College London teuer zu stehen. Ein ehemaliger Student, der beabsichtigte, seiner Alma Mater ein Zehntel seines auf eine Million Pfund veranschlagten Vermögens zu vermachen, hat das College aus seinem Testament entfernt – wegen der Behandlung des Biochemikers Hunt. Dieser musste nach witzelnden, von aufgebrachten Feministinnen als sexistisch empfundenen Bemerkungen über sein „Problem mit Mädchen im Labor“ seinen Ehrenposten an der Fakultät für Biowissenschaften aufgeben, ohne dass die Universität die einseitige Darstellung seiner Kritiker hinterfragt oder dem Nobelpreisträger die Gelegenheit geboten hätte, sich zu rechtfertigen.

Jeremy Hornsby, der 79 Jahre alte Autor einer Biographie des Musikproduzenten George Martin, dem die Beatles ihren ersten Plattenvertrag verdanken, forderte in einem Schreiben an den Rektor, dass die Hochschule Hunt wieder einstelle oder sich zumindest bei ihm entschuldige. Stattdessen hat das University College London nach einer Sitzung ihres Rates bestätigt, dass der Rücktritt richtig gewesen sei. Hornsbys Brief blieb unbeantwortet, ebenso der des Nobelpreisträgers Martin Evans, der in einem Brief an die „Times“ die dogmatische Reaktion des College getadelt hat, das er als Bastion gegen den doktrinären Glauben gesehen habe. Auch der Archäologe Norman Hammond, der aus Protest gegen das College seine Stelle als externer Gutachter von Doktorarbeiten niedergelegt hat, erhielt keine Antwort.“

Zum Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/universitaet-enterbt-wegen-rauswurf-tim-hunts-13710575.html

Kommentar GB:

Man lese die Kommentare zu diesem Artikel!

Ich habe einige Zeit überlegt, wie ich mich über diese Universitätsleitung äußern könnte, ohne grob beleidigend zu werden –

was ich selbstverständlich vermeiden möchte.

Leider bin ich zu keinem brauchbaren Ergebnis gekommen und belasse es daher bei dieser Anmerkung.