Das klügere Geschlecht?

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„Frauen waren in Preußen Mittel der Machterweiterung. Per Eheschließung ließ sich friedlich Terrain gewinnen. Einmal verheiratet mussten die adeligen Damen vor allem eins: Kinder bekommen. Doch jetzt zeigt eine große Ausstellung, dass die Herrscherfrauen auch Kultur und Wissenschaft nach Berlin brachten.“

Zum Artikel:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/frauensache-im-schloss-charlottenburg-das-kluegere-geschlecht/12221808.html

Kommentar GB:

„Die Eheschließung war für ein Geschlecht das friedlichste Mittel der Terrainerweiterung, Heirat galt als opportunes Instrument der Außenpolitik. Das Plakat der Ausstellung ziert deshalb nicht von ungefähr die „Dame“ eines Schachspiels. Die Frauen der Hohenzollern wurden stets strategisch verheiratet. Nicht der Erfüllung einer Liebe, sondern dem Nutzen der Dynastie hatte die Verbindung zu dienen.“

Das war im Adel der spätfeudalen Ständegesellschaft notwendigerweise ganz allgemein so. „Du, glückliches Österreich – heirate …“ so hieß es über die dynastische Politik der Habsburger. So konnten Kriege vermieden werden, immerhin. Übrigens ist das Schachspiel ist von Indien über den arabischen Raum nach Europa gelangt. Der TURM war daher ursprünglich ein indischer Kriegs-Elefant, und die DAME war der arabische WESIR, sozusagen der Regierungs- oder Verwaltungschef unter dem jeweiligen absoluten Monarchen, der meist mit den Status eines Halbgotts hatte. Soviel zu dem oben erwähnten Plakat.