Neurobiologie: Wie das Gehirn die Seele formt

von Gerhard Roth

„Gene, vorgeburtliches Erleben und die Erfahrungen mit Bindungen und Stress in der frühen Kindheit prägen das Gehirn – und bestimmen, ob jemand psychisch krank wird.“  (…)

„Interaktion mit der Mutter“

„Der dritte und wohl wichtigste Faktor für die Entwicklung unserer Psyche und unserer Persönlichkeit sind die Erfahrungen in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Geburt. Hier findet auf der „mittleren limbischen Ebene“, auf der die Amygdala (emotionale Konditionierung), das mesolimbische System (Belohnungslernen) und die Basalganglien (Ausbildung von Gewohnheiten) in der engen Interaktion mit der primären Bezugsperson – meist, aber nicht notwendig, der Mutter – die Ausgestaltung der noch undifferenzierten Gefühlswelt des Säuglings und Kleinkindes statt, ebenso die Entwicklung der vorerst nichtsprachlichen Kommunikation (Mimik, Blick, Lautäußerungen, Gesten) und die Bindungsfähigkeit. Hierbei prägt die primäre Bindungsperson über ihr Verhalten ihre Persönlichkeit dem Kleinkind in beträchtlichem Umfang auf. Dies erklärt, wie psychische Defizite der Bindungsperson, etwa Angststörungen oder Depressionen, an das Kleinkind je nach dessen Temperament und der Schwere der psychischen Belastung der Bindungsperson weitergegeben werden.

Ein vierter Faktor ist die sich anschließende psychische Erfahrung in der Familie, in Kindergarten, Schule usw., die allgemein als „Erziehung“ und „Sozialisierung angesehen wird. Dieser Prozess vollzieht sich auf der oberen limbischen Ebene, nämlich im orbitofrontalen, cingulären und insulären Cortex. Hier wird das egozentrierte Fühlen, Denken und Handeln des Kleinkindes nach dem Prinzip „ich will alles, und zwar sofort“ den Erfordernissen des familiären und gesellschaftlichen Zusammenlebens angepasst, soweit das Temperament und die frühkindliche Prägung dies zulässt. Es entwickeln sich die Fähigkeiten zur Kooperation, zu Empathie, zum Einhalten gesellschaftlich-moralischer Regeln und zur Berücksichtigung der Konsequenzen eigenen Handelns für einen selbst und die Anderen. Diese Ebene entwickelt sich bis zum Erwachsenenalter und darüber hinaus.“  (…)

Zum Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/bindungsforschung-wie-das-gehirn-die-seele-formt-13733288.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Kommentar GB:

Na, jetzt muß doch bald wieder in der ZEIT ein mäkelndes Artikelchen mit der Gespenstergeschichte vom sozialen Geschlecht „gender“ aus der Feder irgendeiner Gender-Null erscheinen.

Nur zu! Meldet Euch, Ihr Geisterseherinnen!

Übrigens kommt diesem Zitat: das egozentrierte Fühlen, Denken und Handeln des Kleinkindes nach dem Prinzip „ich will alles, und zwar sofort“ womöglich einige Erklärungskraft bezüglich des Feminismus zu, der genau so zu funktionieren scheint.

Bei den Gebrüdern Grimm gibt es diesbezüglich ein treffendes Märchen:

Vom Fischer und seiner Frau.

http://www.maerchen.net/classic/g-fischer-frau.htm

Darin wird im Grunde schon alles gesagt.