Die Vertrauensfrage

Merkels Flüchtlingspolitik

Die Kanzlerin hat die Vertrauensfrage gestellt. Nicht im Bundestag, sondern an das ganze Volk.

Das war richtig – und riskant. Denn wer weiß, ob das Volk noch Vertrauen hat?

Zum Artikel:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-merkel-stellt-den-deutschen-die-vertrauensfrage-a-1053393.html#ref=meinunghp

Kommentar GB:

Erst werden laute wie stille Teile der Bevölkerung wegen ihrer Sorge und ihrer Bedenken vor einer ungesteuerten Einwanderung und einer Islamisierung öffentlich beschimpft, sowohl von Politikern wie von den Medien. Und das, obwohl es von Anfang an sehr wohl diskutable Gründe dafür gegeben hat.

Der Islam ist nicht nur, wie bei uns irrigerweise unterstellt wird, ein persönlicher Glauben und eine Religion in der Privatsphäre, dann wäre er politisch tatsächlich ohne Bedeutung, sondern er ist zugleich eine politische Ideologie mit Gestaltungsanspruch für die Weltgesellschaft. Das ist der entscheidende Punkt.
Genau das wird in der hiesigen Debatte übersehen, verkannt, bagatellisiert oder verleugnet.
Und diesem schwerwiegenden Irrtum gilt es vor allem entgegenzutreten.
Mit dem Grundgesetz ist der Islam unvereinbar, und das wird so bleiben.
Auf den verbindlichen Quelltext ist deshalb immer wieder hinzuweisen:

Und diese Verkennung ist die Wurzel des Politikversagens.

Und dann passiert genau das, wovor gewarnt wurde, und in einer von Politik und Medien (und auch von mir) unerwarteten Art und Weise.  Man lese hierzu – mit aufschlußreichen Graphiken:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article146780465/Viele-entkommen-der-Abschiebung-durch-Untertauchen.html

Wer hat denn nun über ein realistisches Urteilsvermögen verfügt?

Der demos, das vermeintlich dumme Volk, der Souverän,

und nicht die gewählten Politiker, nicht die oberschlauen Journalisten. Nicht sie.

Soviel zur Vertrauensfrage.

PS:

Der Islam ist im Hinblick auf Entstehung und Entwicklung ein Gesellschaftskonzept, dass sich innerhalb des Mittelalters entfaltet hat. Daher die Inkommensurabilität und der Widerstand gegen die Moderne, also die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft und insbesondere ihre philosophisch aufklärerische Kultur einschließlich ihrer naturwissenschaftlich-technischen Basis. Der Islam opponiert zwar der kapitalistischen Produktionsweise, aber von außen und von rechts – daher seine große Ähnlichkeit mit dem Faschismus.

Wo er durch Öl reich geworden ist, da durch seine Grundrenten. Es handelt sich bei den Golfstaaten um Rentiers – Ökonomien:

https://de.wikipedia.org/wiki/Renten%C3%B6konomie

Wer sich islamophil verhält, wie das im Linkspopulismus zu beobachten ist, der übernimmt und vertritt objektiv islam-faschistische Positionen. Der uns geschichtlich bekannte europäische Faschismus mit seinen Varianten opponiert ebenfalls, zumindest partiell, und auch von rechts, aber: von innen.

Der heutige Islam in Europa krankt an seiner kulturellen Mittelalterlichkeit, und die modernen Gesellschaften Europas geraten im Maße der islamische Immigration in wachsenden Widerspruch mit dieser mittelalterlich geprägten normativen Weltsicht und Lebensweise. Es geht daher bei der Integration um weit mehr als nur um Sprach- und Qualifikationserwerb, und tatsächlich ist ein Scheitern dieses Prozesses oft zu beobachten, nämlich immer dann, wenn muslimischen Immigranten der ersten oder der zweiten Generation die Ablösung von ihren normativ-kulturellen Grundlagen mißlingt, was, wenn die Widersprüche innerlich nicht ertragen werden können, zur Rückkehr zu den islamischen Wurzeln führt. Es wird dann der romantische Traum vom Leben wie zur Zeit des Propheten Mohammed geträumt. Dies alles wird durch die islamische Erziehung und die Lektüre des Koran [ http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-koran-5228/1  ] stets erneuert, weil es an einer zeitgenössischen Auslegung des Textes für die heutige Welt fehlt, die im übrigen weiterhin nicht zu erwarten ist.

Die immigrierten Muslime müßten, wenn sie sich nicht mit einer passiv-moslemischen Lebensweise im modernen Europa begnügen wollen, was vermutlich deprimierend wirkt, in der geistigen Welt der Aufklärung heimisch werden, und diese als die ihre erfahren, aber genau das geschieht nicht. Im Gegenteil, sie wird als fremd und unislamisch erlebt, was sie ja auch ist. Die Muslime können sich nicht selbst aufklären ohne aufzuhören, Muslime zu sein. Sie spüren das, und sie leisten inneren und äußeren Widerstand dagegen. Denn wer sind sie, wenn sie keine Muslime mehr sind? Wer? Dieser Konflikt jedoch führt nur zu Gewalt, speziell zum Rückgriff auf den gewaltsamen Djihad mit seinen gefährlichen Identitätsangeboten, aber zu keinerlei Lösung.

Die andere Seite des Problems ist, dass dies zwar von einem Teil der hiesigen Bevölkerung – unscharf – als Problem wahrgenommen wird, von einem anderen Teil jedoch wird dasselbe bagatellisiert und verleugnet. Und diese Verleugnung ist ein Problem eigner Art, durch das die ohnehin vorhandenen Probleme noch potenziert werden, weil auf der Grundlage von linkspopulistischen Illusionen keine adäquaten Lösungen gefunden werden können. / GB /

Ausgewählte Literatur:

1    Abdel-Samad, Hamed: Der islamische Faschismus – Eine Analyse, München 2014

2    Bat Ye`or: Europa und das kommende Kalifat -Der Islam und die Radikalisierung der Demokratie, Berlin 2013

3    Gottschalk, Herbert: Weltbewegende Macht Islam, München 1980

4    Kepel / Milelli (Hrsg.): Al-Qaida – Texte des TerrorsMünchen 2006

5    Konzelmann, Gerhard: Die islamische Herausforderung, München 1980

6    Küng, Hans: Der Islam, München 2006

7    Meddeb, Abdelwahab: Die Krankheit des Islam, Heidelberg 2002

8    Nagel, Tilman: Angst vor Allah? Berlin 2014

9    Raddatz, Hans-Peter: Allah und die Juden – Die islamische Renaissance des Antisemitismus, Berlin 2007

10  Tibi, Bassam: Die Krise des modernen Islam – Eine vorindustrielle Kultur im wisenschaftlich-technischen ZeitalterFrankfurt/Main 1991;

11   Ders.: Kreuzzug undDjihad – Der Islam und die christliche Welt, 1. Auf. München 1999

12   Ders.: Die neue Weltunordnung – Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus, 3. Aufl., München 2001;