BMW – Daimler – VW – Korruption

Von Hadmut Danisch

Der SPIEGEL meldet, dass die Ex-Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt von Daimler zu VW wechselt, um – festhalten – dort mit Schwindel und Betrug aufzuräumen.

Ich fass es nicht.

Ausgerechnet Hohmann-Dennhardt.

Als ich mich damals gerade so intensiv mit den Korruptionsmachenschaften an der Uni Karlsruhe auseinandergesetzt habe, habe ich herausgefunden (siehe Adele und die Fledermaus), dass da einige Mitglieder des Hochschulrates, die mit der Rektorwahl betraut waren, ganz massiv manipuliert haben, was die Vorauswahl der eingereichten Bewerbungen betraf. Es gab Ungereimtheiten bei der Protokollierung, manipulierte Akten, und man hat über die Hälfte der Bewerber, die einem nicht in den Kram passten und die Wahl des Wunschkandidaten gefährden konnten, einfach völlig kommentarlos aus den Akten entfernt und dem Ministerium nie vorgelegt – somit also kein Auswahlverfahren durchgeführt, sondern alle unerwünschten Bewerbungen einfach unterdrückt. Man hat eine öffentliche Ausschreibung vorgetäuscht, tatsächlich aber dann die Bewerbungen einfach rausgeworfen.

Bei der eigentlichen Wahl, bei der eigentlich politisch Horst Hippler gewählt werden sollte, wurde dann doch ein anderer gewählt, und das obwohl man neben Hippler extra zwei chancenlose Kandidaten aufgestellt hat, damit der gewählt werden musste. Man hat die Wahl dann einfach für ungültig erklärt und so lange wiederholt, bis Hippler gewählt wurde. Dazu hat man dann noch geklärt, dass Hippler sich selbst wählen konnte und ihm seine eigenen Stimme zur Wahl genügen würde.

Komplett korrupt und verfassungswidrig.

Dazu kam dann noch, dass sich Hippler bei der Vorstellung der Kandidaten blamierte, weil ihm Grundlagenwissen fehlte, das man als Professor und Rektor haben muss. Trotzdem wurde der ins Amt gedrückt.

Diese ganze Rektorwahl war ein einziger korrupter Schwindel, bei der man politisch und nach Interessenlage durchgedrückt hat, wer da Rektor werden sollte. Und das sollte Hippler werden, denn der hatte ja schon in seiner Bewerbungsrede gesagt, dass Geld ihm alles und Recht gar nichts bedeutet. Man hat damals die Uni Karlsruhe so richtig zur Korruptionsburg ausgebaut. Nicht lange später hat dann Daimler dort eine eigene Promotionsstraße gebaut.

Und wer saß damals dort im Hochschulrat? Neben einer Bank und Daimler auch der BMW-Milliardär Stefan Quandt und die SPD-Verfassungsrichterin Homann-Dennhardt. Die Familie Quandt spendet große Beträge an die CDU, deshalb dürfen die sich dann wohl auch aussuchen, wer die Universitäten führen soll. Quandt und Homman-Dennhardt saßen dann auch in der Wahlkommission, bei der es zu Unregelmäßigkeiten bei Protokollen kam und die unerwünschten Bewerber einfach rausgeworfen wurden.

Nicht lange später schied Homann-Dennhardt aus dem Bundesverfassungsgericht aus und ging kurz später zu Daimler – auf einen extra für sie geschaffenen neuen Vorstandsposten: Vorstand für Integrität und Recht, natürlich fett bezahlt.

Damit hat man gleich mehrere Fliegen mit einer Patsche geschlagen:

  • Kleines „Dankeschön” für die Kooperation Daimler-Uni Karlsruhe.
  • Frau im Vorstand, denn Daimler hatte damals gerade ein Frauenquotenproblem.
  • Pro Forma Compliance-Manager für amerikanische Börse und Geschäfte.
  • Netter Frauenjob, bei dem man niemanden verdrängt, nicht stört und nichts von Autos wissen muss.
  • Bundesverfassungsgericht und SPD milde gestimmt, denn die wollen ja auch noch alle schöne dicke Jobs mit Millioneneinkommen. (Deshalb machen sie ja die Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte, weil die Korruption nicht so läuft, dass genug Posten rüberkommen.)

Und ausgerechnet die soll nun bei Volkswagen aufräumen.“  (Hervorhebungen: GB)

http://www.danisch.de/blog/2015/10/16/bmw-daimler-vw-korruption/#more-11486

Kommentar GB:

(Deshalb machen sie ja die Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte, weil die Korruption nicht so läuft, dass genug Posten rüberkommen.)

Ja, das leuchtet gerade für die SPD als Motiv irgendwie ein. Es gibt ja eine Reihe von einschlägigen Beispielen hierzu.