Die Marktlogik der Gender Studies

Von Lucas Schoppe

„Als vor einem Monat schon wieder ein Text zur Verteidigung der Gender Studies in einer überregionalen Zeitung erschien, hatte ich keine Lust mehr. Die Vielfalt zum Schweigen bringen heißt dieser Text, verfasst von der Gender-Forscherin Franziska Schutzbach, erschienen in der Schweizer Wochenzeitung.

Dass es Kritikern der Gender Studies irgendwie bloß um eine „Verunsicherung“ angesichts der „Vielfalt“ heutiger Lebensentwürfe ginge, ist mittlerweile so variantenarm, häufig und einfältig wiederholt worden, dass es sich kaum lohnt, darüber noch einmal zu schreiben. In der Süddeutschen Zeitung hatten schon vorher Männer „Angst” vor der Vielfalt, und in der Zeit sind Gender-Kritiker selbstverständlich bloß von der „Angst vor einem anderen Leben“ motiviert. Wie könnte es auch anders sein?

Wie gewohnt geht es Menschen, die auf wissenschaftlichen Standards beharren, auch bei Schutzbach bloß um die „Definitionsmacht über Wissenschaft“, selbstverständlich verraten sie eine „antiintellektuelle, ja autoritäre Geisteshaltung“, und selbstverständlich gehören sie zu einer großen reaktionären Koalition von Rechten, konservativen Christen und Liberalen.

Selbst die raunende Form der Unterstellungen, mit dem auffällig häufigen Gebrauch des verschleiernden Passivs und dem auffällig weitgehenden Verzicht auf seriöse Zitatbelege, findet sich bei Schutzbach wieder – als ob diese stilistischen Marotten für Verteidigungsschriften der Gender Studies aus seltsamen und unerklärten Gründen verpflichtend wären.“   –

Zum Artikel:

http://man-tau.com/2015/10/21/die-marktlogik-der-gender-studies/

Kommentar GB:

Die Gender Studies scheinen mir eine Art von Wissenschafts-Hochstapelei zu sein, und zwar mutmaßlich zwecks staatsfeministischer Versorgung von vorwiegend Nicht-Frauen-Frauen, also von solchen Frauen, die über Kreuz liegen mit ihrer eigenen Weiblichkeit, und die diese sexuelle Identitätsstörung zu ihrer Entlastung auf „die Männer“ projizieren, die damit gar nichts zu tun haben, aber als kollektiver Sündenbock benötigt und benutzt werden. „Der Mann“ und „das Männliche“ – also „der Bock“ – als „die Sünde“, „das Übel“ schlechthin. Diese Projektion, dieser Männerhaß, er ist der bösartige Kern des Feminismus.

Falls Frau Schutzbach irgend etwas von Bedeutung zur Sache zu sagen hat, dann möge Sie doch bitte den Fragebogen beantworten, und zwar mit dem Schwerpunkt des Begründungszusammenhangs (des mittleren Teils):

http://cuncti.net/wissenschaft/510-braucht-unsere-gesellschaft-gender-studies

Der Fragebogen ist hier enthalten:

http://serwiss.bib.hs-hannover.de/frontdoor/index/index/docId/405

Es war ja gerade das Anliegen zu klären, ob und was von Feministinnen zur Frage nach den wissenschaftliche Grundlagen der „Gender Studies“ denn ausgesagt wird. Ilse Lenz hat versucht, sich mit einem Artikel wie diesem hier

http://www.tagesspiegel.de/wissen/serie-gender-in-der-forschung-1-keine-angst-vorm-boesen-gender/12258504.html

aus der Affäre zu ziehen – mit den üblichen Behauptungen, aber ohne brauchbare Aussagen, und mit einem bemerkenswerten Hinweis auf ein fast 1000-seitiges angeblich wissenschaftstheoretisches Werk, bei dem jedoch offenbar bisher niemand in der Lage ist, es so zusammenzufassen, dass ein Anschluß an die wissenschaftsttheoretische Diskussion möglich wäre.

http://www.springer.com/us/book/9783531171708

Warum schreibt Frau Lenz nicht einen Artikel, der erstens die feministischen Positionen hinreichend ausführlich, aber zusammengefaßt so darstellt, dass jeder Wissenschaftler verstehen kann, wie denn nun der wissenschaftskonstituierende Begründungszusammenhang der Gender Studies sich aus feministischer Sicht darstellt, und der zweitens an die gesamte bisherige erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Diskussion nachvollziehbar anschließt. Das wäre ein Schritt nach vorn, weil eine wissenschaftliche Diskussion ohne diese Grundlage nicht möglich ist.