Doppelspitze in der SPD?

Von Julian Heißler

„Die SPD hat Nachholbedarf in puncto weibliches Spitzenpersonal und Gabriel zeigt sich offen. Doch das allein schützt die Partei nicht vor männlichen Machtansprüchen.“

Eine Chance, aber kein Selbstläufer

SPD-Führungspersonal: Yasmin Fahimi (links) und Elke Ferne mit Sigmar Gabriel

Foto: Metodi Popow/Imago

„Einen Überschuss an weiblichem Spitzenpersonal kann die SPD nicht beklagen. Zwar stellen die Sozialdemokraten in den Ländern mächtige Ministerpräsidentinnen, im Bund besetzen Genossinnen wichtige Ministerien – doch in Partei und Fraktion blieben die Chefsessel bislang stets den Männern vorbehalten. Da gibt es Nachholbedarf. Schließlich hatte sogar die FDP mal eine Fraktionsvorsitzende, und selbst die CDU wird ja bekanntlich seit 15 Jahren von einer Frau geführt.“

Zum Artikel:

https://www.freitag.de/autoren/julian-heissler/eine-chance-aber-kein-selbstlaeufer

Kommentar GB:

Herr Heißler hat hier anscheinend weiter nichts gemacht, als das zu schreiben, was die AsF sich so vorstellt. Ich meine, am besten wäre es, wenn eine weibliche Doppelspitze – siehe oben – gewählt werden würde. Das wäre nämlich voraussichtlich eine vorzügliche Voraussetzung dafür, dass andere Parteien im Wahlkampf erfolgreich sein werden. Die SPD befindet sich durch die Schrödersche Austeritäts- und Feminismuspolitik bei Mitgliedern und Wählern im anhaltenden Sinkflug, und daran wird Sigmar Gabriel kaum etwas ändern können. Werden die Vorstellungen der AsF verwirklicht, dann werden die personellen Ressourcen der Partei noch kümmerlicher werden als sie es jetzt schon sind, und der Sinkflug wird sich in steilerem Abwärtswinkel fortsetzen. Siehe hierzu:

https://frankfurter-erklaerung.de/2015/10/doppelspitze-jede-partei-bitte-nur-einen-chef/

Wenn Frau Haupt mit dieser pfiffigen Einsicht Recht hätte, dann wäre der Nachweis erbracht, dass Sigmar Gabriel ein talentierter Taktiker ist, was ihm ja sowieso und vermutlich nicht zu Unrecht nachgesagt wird.

Hätte er nun entsprechende strategische Fähigkeiten, dann sähe es wohl besser um die SPD aus, als das heute der Fall ist. Wie wäre es zum Beispiel mit der Strategie, mein Vorschlag, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) innerparteilich zu entmachten oder, am besten, ganz aufzulösen?

Im übrigen zeigt die Doppelspitze nur, dass das sogenannte Peter-Prinzip, wonach jede bis zur Offensichtlichkeit ihrer Inkompetenz befördert wird, weiterhin seine Gültigkeit hat. Das gilt natürlich in Zeiten der Frauenquoten in besonderer Art und Weise, und das kann niemanden überraschen. Allerdings: es gibt natürlich immer die eine oder andere Ausnahme von dieser Regel. Sie werden diese sicherlich kennen.