Familie und Karriere: Das Mutti-Syndrom

 Von Nicole Schmidt

„Es geht gar nicht um die Frage „Karriere oder Kinder“ – sondern darum, beides miteinander zu vereinbaren: 42 Prozent der befragten Frauen erklärten, Beruf und Familie seien ihnen gleich wichtig.

[Und was sagten die befragten 58%? Womöglich, dass ihnen Familie ihre wichtiger ist? GB]

„Frauen in Führungspositionen erleben einen massiven Imagewechsel im Unternehmen, wenn sie sich für ein Kind entscheiden: Das ist das spannendste Ergebnis der Frankfurter Studie „Karriereperspektiven berufstätiger Mütter“, erklärt Autorin Yvonne Ziegler.“

http://www.fr-online.de/wissenschaft/familie-und-karriere-das-mutti-syndrom,1472788,32241772.html

Kommentar GB:

Wenn ein Leistungsträger durch ein irgendein Ereignis seinen Status als Leistungsträger gefährdet oder einbüßt, dann kann es nicht überraschen, wenn das innerbetrieblich Konsequenzen hat. Hier geht es zwar um eine Schwangerschaft, aber es könnten ebenso andere Ereignisse sein, die für das Niveau der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft wirksam sind, oder die subjektiv so eingeschätzt werden. Wenn zum Beispiel ein bewährter Mann einen Todesfall in der Familie hat und vielleicht durch einen Unfall ein Kind verliert und deshalb depressiv wird, dann wird er hoffentlich mit einem gewissen Verständnis und Entgegenkommen rechnen können. Aber sicher ist das keineswegs. Möglich ist auch, dass er dadurch seine Karriere gefährdet oder beendet, oder dass er von Konkurrenten verdrängt wird. Das liegt durchaus in der Logik der neoliberal geprägte Arbeitswelt, wie sie eben ist.

Mit anderen Worten: es handelt sich gar nicht um ein Frauenproblem, sondern um ein Problem, das alle treffen kann, und das nicht einmal besonders selten. Denn auch Schicksalsschläge kommen irgendwann in fast jeder Biographie vor; sie werden nur meist verschwiegen oder beiseite geschoben, ohne dass darüber anders gesprochen würde, denn als privates Schicksal.