Frauenquote: Dax-Konzerne haben keine Lust auf Quote

von Cordula Tutt

„Große Unternehmen müssen ihren Frauenanteil in Toppositionen seit Neuem offenlegen. Ein Gesetz von Schwarz-Rot verlangt auch Ziele zur Erhöhung der Quote. Doch viele Dax-Konzerne unterlaufen die Vorgaben.“

„Nach den Aufsichtsräten sind jetzt die Vorstände und obersten Führungsjobs dran: Die Regierung will auch hier per Gesetz mehr Frauen in Top-Positionen bringen. Doch die 30 größten börsennotierten Konzerne unterlaufen das Ziel der Politik. Eine Umfrage der WirtschaftsWoche ergab, dass ein Großteil den Anteil an Chefinnen in den oberen drei Führungsebenen nur halten will. Einzelne fallen sogar zurück – was das Gesetz von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) ausdrücklich verhindern soll.“

Zum Artikel:

http://www.wiwo.de/erfolg/management/frauenquote-dax-konzerne-haben-keine-lust-auf-quote/12432418.html

Kommentar GB:

Die lex fidar – ein Zugeständnis an den Frauen-Lobbyismus – findet verständlicherweise wenig Anklang.

Nur die dadurch potenziell begünstigten und privilegierten Frauen sehen das selbstverständlich anders.

Man lese hierzu:

https://frankfurter-erklaerung.de/2015/10/karriere-im-mittelstand/

mit dem Kommentar:

„Daß es recht komfortabel ist, sich quotenpolitisch in Führungspositionen hieven zu lassen, das kann wirklich nicht bestritten werden. Denn mit der Quoten-Seilbahn kommt man natürlich viel leichter und schneller nach oben als zu Fuß. Und man muß sich dabei überhaupt nicht anstrengen und sich um nichts bemühen. Nur ein billiges Ticket ist nötig, das die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht bestätigt, und schon geht es aufwärts, mit schöner Aussicht überdies. Dadurch allerdings wird zugleich nichts gelernt, nichts von all dem, was die Bergsteigern bei ihrem schrittweisen Aufstieg alles lernen. Was aber lernen Sie dabei, jenseits irgendwelcher Master-Abschlüsse? Zum Beispiel lernen Sie eine Menge über ihre Kräfte und Fähigkeiten, sich im Gebirge zu bewegen, sie lernen etwas über den wechselnden Untergrund, den Boden, sie lernen Umsicht, Übersicht und Voraussicht, sie lernen, sich mit und ohne Hilfsmittel richtig zu orientieren, zugleich die Wetterrisiken einzuschätzen und Vorsorge zu treffen, und sie lernen, im Team erfolgreich zu kooperieren. Dazu braucht es präzise Kommunikation, Vertrauen und die Erfahrung, das man sich aufeinander verlassen kann, weil jeder weiß, wozu der jeweils andere willens, fähig und in der Lage ist.

Und so machen sie in der Praxis die Erfahrung, was eine Leistung ist, und was eben keine Leistung ist.

Das alles kommt den Seilbahnfahrerinnen im Gipfelrestaurant erst gar nicht in den Blick, wenn sie sich mühsam an ihre Master-Studiengänge erinnern und eine kopierte Präsentation nutzen, um den Bergsteigern zu erklären, was Geschlechtergerechtigkeit sei und weshalb sie, die Seilbahnfahrerinnen, keinesfalls auf sie verzichten können. Und das sehen die Bergsteiger dann sogar ein. Denn ohne Quotenseilbahn wären die Seilbahnfahrerinnen, denen die schrittweise Bewegung viel zu mühsam und schwierig erschien, selbstverständlich immer noch an der Talstation. Es sei denn, sie nähmen es auf sich, zu Fuß zu gehen. Solche Fälle gibt es dann und wann, aber diese Bergsteigerinnen verachten die Seilbahnfahrerinnen, auch wenn sie das meist nicht laut sagen. Und: haben sie nicht allen Grund dazu, haben sie nicht Recht damit?

Denn sie machen in der Praxis die Erfahrung, was eine Leistung ist, und was eben keine Leistung ist.“ (Günter Buchholz)

PS:

Cordula Tutt – Autorin der Parlamentsredaktion der Wirtschaftswoche

Lebenslauf
– Studium und Kompaktklasse Deutsche Journalistenschule
– Freie Mitarbeit u.a. für „Die Zeit“ und „Der Tagesspiegel“
– Reporterin der Nachrichtenagentur Reuters
– Gründungsredakteurin der „Financial Times Deutschland“
– Redakteurin bei den „Financial Times“ in London
– Bundespolitische Korrespondentin des Magazins „Focus“