„Die Demokratie in Europa ist zur Farce geworden“

von Malte Fischer

„Der italienische Ökonom Enrico Colombatto warnt vor der Macht einer neuen Technokraten-Oligarchie in Europa.“

„WirtschaftsWoche: Professor Colombatto, die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt, die Geldschleusen erneut zu öffnen. Kommt jetzt die ganz große Geldschwemme?

Colombatto: Ja. Ich rechne damit, dass die EZB die Geldschleusen noch weiter öffnet. Anders als die Euro-Hüter behaupten, ist dafür jedoch nicht die maue Konjunktur der Grund. Die quantitative Lockerung, also der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB, hat der Wirtschaft bisher keine Impulse gegeben – und wird es auch künftig nicht tun. Soll die Wirtschaft nachhaltig wachsen, müssen die Investitionen anspringen. Das setzt positive Erwartungen der Unternehmen voraus. Derzeit ist das nicht der Fall. Der Kauf von Staatsanleihen dient einem anderen Ziel: Er soll die Finanzierungskosten für die hoch verschuldeten Regierungen nach unten drücken. Alles andere ist Augenwischerei.“

Quelle:

http://www.wiwo.de/my/politik/europa/enrico-colombatto-die-demokratie-in-europa-ist-zur-farce-geworden-/12640726.html

Kommentar GB:

„Soll die Wirtschaft nachhaltig wachsen, müssen die Investitionen anspringen. Das setzt positive Erwartungen der Unternehmen voraus.“

So ist es. Nötig sind positive Erwartungen im Hinblick auf Profitabilität bzw. Rentabilität, die positive Absatzerwartungen einschließen, die also eine faktisch steigende Nachfrage voraussetzt, welche ohne steigende Lohneinkommen nicht möglich ist. Daran fehlt es.