Kooperationsgleichgewichte und Konfrontation zwischen Mann und Frau

Verfasst von: Christian – Alles Evolution

„Elmar schreibt in einem Kommentar zu dem Artikel Appell an Männerrechtler etwas, was ich durchaus interessant finde:

Mit Neid hat das nichts zu tun. Worum es uns geht, ist die Tatsache, daß im Grunde jeder Feminismus eine Metaphysik des Sozialen betreibt. Dies geschieht, indem er implizit auf die Fragen “Worin besteht die wahre Realität?” und “Was sind die ersten Ursachen und Gestaltungsprinzipien der wahren Realität?” antwortet:

1. Die wahre Natur der sozialen Realität besteht in einem Konflikt derjenigen sozialen Klassen, die durch Geschlechter gebildet werden. (Durch den Ansatz der Intersektionalität wird die Sache später verfeinert.)

2. Die ersten Ursachen der sozialen Realität sind alle auf ein Machtgefälle zwischen den Geschlechtern zu Gunsten der Männer zurückzuführen (deren Ursache von den verschiedenen Wellen des Feminismus mal in der Rolle der Mütter und mal im hetereosexuellen Begehren gesehen wird) und ihre Gestaltungsprinzipien sind Beeinflussungen der persönalen Autonomie durch Geschlechterrollen sowie ökonomische oder rechtliche Strukturen.

Das beef, daß der Maskulismus mit dem Feminismus hat, dreht sich gerade um diese Frage “Wie kann man die soziale Realität charakterisieren?” und viele Maskulisten sind der Meinung, daß statt der vom Feminismus behaupteten Konkurrenz in Wahrheit Kooperationsgleichgewichte die zentrale Rolle bei der Analyse der sozialen Realität spielen. Das bedeutet: Was der Feminismus kritisiert, sind Eigenschaften von Kooperationsgleichgewichten, er möchte andere Kooperationsgleichgewichte, doch die Mittel des Feminismus sind auf Konfrontation hin designed – was die Gesellschaft nach Meinung vieler Maskulisten auf Dauer zerstören wird. (Und der Streik der der Männer liefert erste Hinweise darauf, daß es genauso kommt.)

Ich würde das etwas anders ausdrücken, wie ich auch dort in einem Kommentar bereits geschrieben hatte:“

Zum Artikel:

https://allesevolution.wordpress.com/2015/11/17/kooperationsgleichgewichte-und-konfrontation-zwischen-mann-und-frau/

Kommentar GB:

„1. Die wahre Natur der sozialen Realität besteht in einem Konflikt derjenigen sozialen Klassen, die durch Geschlechter gebildet werden. (Durch den Ansatz der Intersektionalität wird die Sache später verfeinert.)“

Es gibt jedoch erstens keine biologischen Klassen, denn Klassen sind eine soziale Kategorie, und zweitens ist Geschlecht eine biologische Kategorie und keine soziale, wie in den Gender Studies aber behauptet wird:

http://le-bohemien.net/2012/11/29/die-biologische-klasse-und-die-auflosung-von-klasseninteressen/

„2. Die ersten Ursachen der sozialen Realität sind alle auf ein Machtgefälle zwischen den Geschlechtern zu Gunsten der Männer zurückzuführen (deren Ursache von den verschiedenen Wellen des Feminismus mal in der Rolle der Mütter und mal im hetereosexuellen Begehren gesehen wird) und ihre Gestaltungsprinzipien sind Beeinflussungen der persönalen Autonomie durch Geschlechterrollen sowie ökonomische oder rechtliche Strukturen.“

Zur Kritik:

Monika Frommel: Plädoyer für eine postfeministische Forschung

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0002512

Kommentar GB:

Diese beiden Postulate (also Existenz biologischer Klassen plus Patriarchat/Männerherrrschaft = biologische Klassenherrschaft der Männer = Patriarchat) werden – mit dieser Bedeutung – in der feministischen Kategorie „Geschlecht“ zusammengefaßt, die dann im Fortgang feministischer Überlegungen als Denkvoraussetzung immer weiter genutzt und differenziert aber nie hinterfragt wird.

Genau das macht ihren dogmatischen Charakter aus.

Aber diese Axiomatik / Dogmatik steht mit ihren abgeleiteten oder assoziierten Überlegungen außerhalb der empirischen Sozialforschung – und m. E. genauso außerhalb marxistischer Gesellschaftstheorie, die konzeptionell die werttheoretische Analyse (Karl Marx: Das Kapital, 3 Bde.) mit der soziologischen Klassenanalyse

http://www.dampfboot-verlag.de/shop/artikel/hirten-woelfe

und der Staatsanalyse

http://www.praxisphilosophie.de/buchholz_staat_und_oekonomie_praxis2010.pdf

verbindet.

Der feministische Ansatz hat den kritischen gesellschaftstheoretischen Ansatz weitgehend verdrängt, was aus Sicht des Kapitals zweifellos ein sehr erfreuliches und für dasselbe sehr nützliches Ergebnis ist. Darin liegt vermutlich auch der Grund dafür, das der feministischen Ideologie kaum Widerstand entgegengesetzt wird. Sie verursacht zwar Kosten und ist für die Unternehmen ebenso albern wie lästig, aber ihr Nutzen, der in der Zersetzung eines problem- und realitätsangemessenen Denkens der Lohnarbeiter und ihrer Organisationen liegt, er ist offenbar deutlich größer.

Und das ist wohl entscheidend.