Kriegserklärungen und Bankrotterklärungen

von Lucas Schoppe

„Die Veranstalter des Gender-Kongresses, der Thema dieses Textes ist, bitten um eine Spende in Höhe von 20 €, “gern auch mehr”. Die Spende ist nötig geworden, weil der Betreiber der Gaststätte, in der die Veranstaltung stattfinden sollte, seine Zusage nach großem Druck durch Gegner des Kongresses zurückgezogen hat. Hier die Kontodaten: GENDERKONGRESS / Stadtsparkasse Wasserburg / IBAN DE91 7115 2680 0030 1883 79 / BIC BYLADEM1WSB“

„Brauchen Mädchen und Jungen eine unterschiedliche Förderung? Wie lässt sich nach Trennungen der Eltern der Kontaktabbruch eines Elternteils – in der Regel des Vaters – zum Kind verhindern? Wie hoch ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern? Wie können Eltern auch nach einer Trennung die gemeinsame Erziehungsverantwortung gestalten? Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Gesundheitsprävention – oder bei der Strafzumessung von Gerichten? Wird ihre Darstellung in den Medien beiden Geschlechtern gerecht?

Auf den ersten Blick wird nicht recht klar, warum eigentlich jemand etwas gegen einen Kongress haben sollte, der sich laut Programm mit diesen und ähnlichen Fragen auseinandersetzen wird. Auf den zweiten und dritten Blick wird es auch nicht klarer.

Dabei sind die Aggressionen gegen diesen Kongress extrem. Gerade erst haben die Organisatoren des Deutschen Gender-Kongresses erklärt, dass sie den Veranstaltungsort wechseln müssen: Der Betreiber der Gaststätte, in der der Kongress stattfinden sollte, war durch „Cybermobbing“ so sehr unter Druck gesetzt worden, dass er seine Zusage zurück zog. Jetzt versuchen die Veranstalter, Spenden einzutreiben, um die Veranstaltung noch an einem anderen Ort möglich zu machen.

kongress

Die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Emilia Müller zog ihre Zusage für ein Grußwort zurück, ebenso ein Bundestagsabgeordneter der Linken, Jörn Wunderlich,  und die sozialpolitische Sprecherin der SPD im Bayerischen Landtag, Angelika Weikert – möglicherweise jeweils als Reaktion auf Druck der Kongress-Gegner. Die Leiterin der Bayerischen Leitstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern – ausgerechnet – nimmt Stellung: „Wir werden dafür sorgen, dass niemand am Kongress teilnimmt.“

Was ist der Grund für diese enorme, angesichts der anstehenden Fragen absurd wirkenden Feindseligkeit? Warum sind die Angriffe so hart, dass einige der Attackierten, so schreibt Arne Hoffmann im oben verlinkten Text, „auf die Verleumdungen bzw. deren Schärfe geradezu schockiert reagiert“ haben?

Die Veranstalter des Kongresses sind, unter anderem, das Forum Soziale Inklusion e.V., das einen Austausch zwischen Frauen und Männern in Geschlchetrfragen organisieren will – der Arbeitskreis Kinderrechte e.V. – das Väter-Netzwerk Nürnberg – und der Verein MANNdat, der männerpolitisch tätig ist. Der Kongress wird deshalb so massiv angegriffen, weil er sich mit Geschlechterfragen auseinandersetzt – und weil er dies nicht aus einer ausdrücklich feministischen Perspektive tut.“

Zum Artikel:

http://man-tau.com/2015/11/02/kriegserklarungen-und-bankrotterklarungen/

https://frankfurter-erklaerung.de/2015/10/deutscher-gender-kongress-2/

https://frankfurter-erklaerung.de/2015/10/erster-ganzheitlicher-genderkongress-in-nuernberg-unter-scharfem-beschuss/