Atomisierung der Gesellschaft

Werteverfall und Niedergang der Familie

Familie war gestern. Heute gilt das Individuum als Maßstab aller Dinge. Das bringt zwar Freiheit. Aber es hat einen hohen Preis, sowohl für die einzelnen Menschen als auch für die Gesellschaft.

Zum – sehr lesenswerten – Artikel:

http://www.freiewelt.net/reportage/atomisierung-der-gesellschaft-10064748/

Kommentar GB:

Die Atomisierung der Gesellschaft, die von Linken im Kontext einer Kritik des gegenwärtigen, neoliberal geprägten Kapitalismus seit langem beobachtet und diskutiert wird, sie betrifft m. E. weniger die oberen sozialen Klassen und Schichten, die nach wie vor in der Lage sind, ihre gesellschaftlichen Interessen zu formulieren und gemeinsam durchzusetzen. Sie betrifft vielmehr die unteren sozialen Klassen und Schichten, deren historisch-tradierter Zusammenhalt, wie er sich zu Zeiten der Arbeiterbewegung gebildet hatte, sich offenbar mehr oder weniger aufgelöst hat.  Und daran waren und sind die oberen Schichten durchaus interessiert, weil sie ihre Interessen um so leichter, nämlich ohne wirksamen Widerstand, durchsetzen können.

Das Individuum ist aber heute keineswegs der Maßstab aller Dinge, wie oben behauptet wird: der einflußreiche Feminismus zum Beispiel ist eine rein gruppenbezogene Ideologie und Praxis; und diese  ist geradezu anti-individualistisch,

mit der Folge der faktischen Nicht-Anwendung von Art. 33 GG (Professorinnenprogramm):

Frauen werden im Widerspruch zu Art. 33 GG und zu Art. 3 GG als Geschlecht bevorzugt, und zwar wegen ihrer fiktiven (!) Benachteiligung.

Es wird fingiert, dass eine „Unterrepräsentanz von Frauen“ (rosinenpickerisch nur in begehrten Berufen und Positionen) angeblich eine „Benachteiligung“ sei.

Das aber ist eine völlig haltlose Behauptung und reiner Unsinn, weiter gar nichts.

Vor allem JURISTEN sollten das begreifen, besonders jene in Karlsruhe.

Es ist vielmehr so, dass die einseitig Frauen begünstigende und zugleich Männer diskriminierende  „Gleichstellungspolitik“ eine Politik der planmäßigen und systematischen Wettbewerbsverzerrung auf dem Arbeitsmarkt ist, eine spezielle Art von Protektionismus zugunsten des weiblichen Geschlechts, faktisch wirksam aber vor allem zugunsten  von Frauen der oberen Mittelschicht, die hierdurch ihre Selbstprivilegierung zu Lasten männlicher Konkurrenten vorantreiben; z. B.: Frauenquoten für Aufsichtsräte, oder Pro Quote: http://www.pro-quote.de/

Mit Liberalismus ist das selbstredend unvereinbar, mit linker Politik ebenso wenig: aber warum verstehen Anhänger der Linken (i. w. S.) das nicht? Warum sind sie blind dafür?

Wo die sogenannte Gleichstellung zwischen „den Frauen“ und „den Männern“ praktiziert wird, da wird – ohne tragfähige Begründung – ökonomisch umverteilt.

Es handelt sich gewissermaßen um einen politisch vermittelten Raubzug zu Lasten der konkurrierenden Männer.