Illusionen über den Islam

Von Henryk M. Broder

Der Terror macht uns zu Meistern der Verdrängung

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article149862932/Der-Terror-macht-uns-zu-Meistern-der-Verdraengung.html

Kommentar GB:

Unsere gesellschaftliche Beurteilung des Islam ist von Unwissen, Ahnungslosigkeit, Naivität und   Illusionen geprägt, so sehr, dass es, aus kritischer Perspektive gesehen, geradezu lächerlich erscheint. Leider ist das so. Leider, denn die Folge davon sind immer neue Fehlentscheidungen. dieser gut gemeinte Beitrag zeigt das beispielhaft:

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/kommentar-in-der-anstalt-13977868.html

Der Islam bleibt vollständig unverstanden. Was wir in Europa als durch die Aufklärung relativierte Religion gewohnt sind, das wird unreflektiert und völlig falsch auf den Islam projiziert, von dem uns in Wahrheit 600 Jahre Geschichte trennen. Es gibt keinen im Geltungsanspruch relativierten Islam. Sein Geltungsanspruch ist ungebrochen der alte.

Der Islam wird hier so wahrgenommen, wie gutmeinende Menschen (s. o.) bei uns meinen, in den Kirchen, in der Politik und in den Medien, dass er so sei, wie sie ihn sich vorstellen, nicht wie er wirklich ist.

Sie verwechseln ihre subjektiven Wunschvorstellungen über die Wirklichkeit mit der Wirklichkeit selbst. Denn sie kennen diese Wirklichkeit gar nicht.

Die Wirklichkeit des islamischen Glaubens und seiner Praxis kennen sie so wenig wie die innerfamilialen Strukturen und Prozesse, denen naiverweise unterstellt wird, sie seien so, wie wir das von uns kennen. Sie sind aber nicht so, sondern eben anders, was man an den Auswirkungen erkennen kann, als da sind Zwangsheiraten, sogenannte Ehrenmorde, usw.

Deshalb ist Realismus gefordert, eine nüchterne und schonungslose Auseinandersetzung mit den Tatsachen der Geschichte und der Gegenwart.