Saudi-Arabien flutet den Weltmarkt: Ölpreis weiter auf Talfahrt

„Weil Saudi-Arabien Öl als politische Waffe einsetzt, verfällt der Preis. Konkurrenten wie Iran, Irak und USA sollen vom Markt gedrängt werden. Die Produktionskosten sind im Golf-Scheichtum vergleichsweise niedrig.

„Der Preis für Rohöl ist auf dem Weltmarkt so tief gefallen wie seit 2009 nicht. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell 39,38 US-Dollar, die Sorte WTI 36,38 US-Dollar. Die Produktion der OPEC-Mitgliedsstaaten liegt bei 31,7 Millionen Barrel pro Tag. Die OPEC – ein Kartell großer ölproduzierender Länder – hat sich kürzlich erst gegen die Drosselung der Produktion ausgesprochen.

Als Folge der OPEC-Entscheidung und des daraus sich ergebenden Ölpreisverfalls haben die Förderunternehmen angekündigt, auf Investitionen zu verzichten, um Kosten zu sparen. Da der Preis für Rohöl seit Januar 2014 um 60 Prozent gefallen ist, ist die gesamte Branche gezwungen, die Ausgaben zu reduzieren. ConocoPhillips etwa will nächstes ein Viertel weniger investieren als ursprünglich geplant.

Der Hauptverursacher für die Entwicklung ist der weltgrößte Ölförderer Saudi-Arabien. Wenn die Regierung die Fördermenge ausweitet, fallen die Preise auf dem Weltmarkt, wenn sie sie reduziert, steigen sie. Beobachter vermuten, dass mit der Entscheidung gegen eine Drosselung unliebsame neue oder stärker werdende Konkurrenten in die Knie gezwungen werden soll, das heißt, dass der Ölpreis als politische Waffe eingesetzt wird.

Der Vorteil des Königreichs am Golf gegenüber der Konkurrenz sind die vergleichsweise geringen Förderkosten. Irak und Iran haben hier ungünstigere Standortbedingungen, von den USA ganz zu schweigen, wo das per Fracking gewonnene Öl erhebliche Kosten verursacht und deshalb zu höheren Preisen angeboten wird. Inzwischen sind einige Förderfirmen in den USA pleite gegangen, aber die bestehenden haben ihre Effizienz gesteigert. Und da sie noch Kredite erhalten, bleiben sie am Markt präsent. Der Ölboom könnte also noch ein Weile anhalten.“

Quelle:

http://www.freiewelt.net/nachricht/oelpreis-weiter-auf-talfahrt-10064729/

Kommentar GB

Glosse

Ein niedriger Öl-Kampfpreis richtet sich gegen Iran, Rußland und Venezuela. In Venezuela ist die von den USA beabsichtigte Wirkung bereits eingetreten. Rußland geht den USA besonders auf die Nerven, nicht nur in der Ukraine, die von den USA gekapert worden ist, sondern auch in Syrien, wo die USA sich am regime change gehindert sehen. Rußland soll deshalb finanziell in die Knie gezwungen werden. Der enge US-Verbündete Saudi-Arabien setzt diese geopolitischen Absichten gerne um. Dafür bleiben die Golfstaaten von lästiger und für sie gefährlicher Immigration aus den Bürgerkriegsgebieten im Irak und in Syrien verschont. Außerdem hat man in Saudi-Arabien ein großzügiges Budget für den Moscheebau in Europa. Und es gibt ja eine weitgehend handlungsunfähige – und teils naive – EU, der man die Lasten der Kriege und viele viele Moslems aufherrschen kann. Person(en), Mittel und Wege, um das praktisch umzusetzen sind längst gefunden und eingesetzt worden. Nur in Europa merkt anscheinend keiner, was geopolitisch gespielt wirklich wird. Anstatt die politischen Prozesse nüchtern zu analysieren, schwelgt man in Deutschland immer noch im Flüchtlingsidealismus. Was sind wir doch alle für gute Menschen! Wer hätte das von uns gedacht!