Medienspiegel

Sind Grundschulen homophobe Orte?

Veröffentlicht

Von Michael Klein

„Sind Grundschulen homophobe Orte, so fragt Martin Voigt, Soziologe aus München, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Hintergrund seiner Frage sind die Bemühungen der Kieler Sozialministerin Kristin Alheit, “die sexuelle Vielfalt auch jüngeren näherzubringen”.

Die Notwendigkeit, bereits Grundschüler und Kinder in Kindertagesstätten mit sexueller Vielfalt zu verfolgen, ergibt sich für die Kieler Sozialministerin aus einer Studie, die ein Ulrich Klocke im Jahr 2012 für die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft erstellt hat, weil es sonst niemanden interessiert. Deren Ergebnis: Berliner Schulen werden als homophobe Orte empfunden – von wem auch immer.

Klocke BerlinDass in der nämlichen Berliner Studie, der wir uns noch widmen werden, Schüler der 6. bzw. der 9. und 10. Klassenstufe befragt wurden, und eben keine Grundschüler oder Kinder in Kitas, das scheint die Kieler Sozialministerin in ihrem Wunsch “den Weg zu einem Land, in dem die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten selbstverständlich ist” zu gehen, nicht zu behindern.

Sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt und geht entsprechend sprichwörtlich über Leichen, denn weder Frau Alheit noch sonst jemand weiß, was dabei herauskommt, wenn man Kinder in Kindertagesstätten und Grundschulen mit sexueller Vielfalt penetriert (vielleicht abgesehen von erhöhten HIV/AIDS-Infektionsraten). Und zumindest bei Frau Alheit reicht die Empathie nicht soweit, sich vorstellen zu können, dass Kinder in Kindertagesstätten und Grundschulen weder an Schwulen noch an Lesben noch an Transsexuellen ein Interesse haben – ganz im Gegensatz zu Frau Alheit, die das Motto des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, Schleswig-Holstein, nach dem “Akzeptanz und Vielfalt  … täglich eingefordert und verteidigt werden müssen”, vollständig übernommen zu haben scheint und nun einfordert und verteidigt, wo sie geht und steht: In Kindertagesstätten, in Grundschulen…

Das nennt man dann wohl eine Phobie, vor allem, wo bislang jeder Beleg dafür fehlt, dass in den Grundschulen und Kindertagesstätten Schleswig-Holsteins tatsächlich homophobe Kinder en masse anzutreffen sind. Aber: Wo die empirischen Belege fehlen, da setzt sofort die (schmutzige?) Phantasie der Sozialministerin ein und die macht es notwendig, bereits Kinder in der dritten und vierten Klasse mit einem Diktattext folgenden Inhalts zu belästigen:

“Marian erklärt: ,Meine Mama Loris kommt aus Dänemark und hat dort Samenzellen von einem netten Mann bekommen. Dann bin ich in ihrem Bauch gewachsen. ln Deutschland hat mich dann meine Mama Dani adoptiert.’”

Wir wollen uns an dieser Stelle gar nicht mit der moralisch fraglichen Verherrlichung befassen, mit der die Mama Loris aus Dänemark, die als Brutkasten gedient hat, hier bedacht wird, oder den daraus folgenden Konsequenzen für die Möglichkeit, andere Menschen zu instrumentalisieren, weil das eigene Bedürfnis so dringend nach Erfüllung eines eingebildeten Kinderwunsches im Schwulen- oder im Lesbenpaar verlangt, dass man sich eben einmal einen Bauch mietet, in dem dann das später (bei Gefallen und Gesundheit) zum eigenen gemachte Kind “wächst”.“

Zum Artikel:

http://sciencefiles.org/2015/12/08/sind-grundschulen-homophobe-orte/

http://2012.kristinalheit.de/