Italiens Bischöfe an Lesben und Schwule: „Es gibt kein Recht auf Kinder“

„Die italienische Bischofskonferenz warnt vor Eingetragenen Partnerschaften und der Stiefkindadoption für Homosexuelle. (…)

Vor allem die sogenannte Stiefkindadoption – die Möglichkeit, das leibliche Kind des Partners zu adoptieren – will die katholische Kirche verhindern. Es gebe kein Recht auf Kinder, erklärte Kardinal Edoardo Menichelli gegenüber der Tageszeitung „La Stampa“, Kinder seien „kein Besitz“. Der Familienbeauftragte der Bischofskonferenz befürchtete im Falle einer Legalisierung, dass Homosexuelle im Ausland von Leihmüttern ein Kind austragen und dieses dann von ihrem Lebenspartner in Italien adoptieren ließen.“

Zum Artikel:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=25367

Kommentar GB:

„Es gebe kein Recht auf Kinder, erklärte Kardinal Edoardo Menichelli gegenüber der Tageszeitung „La Stampa“, Kinder seien „kein Besitz“.“

Dieser Satz ist allgemein formuliert. Er beansprucht universelle Geltung.

Und er ist richtig.

Niemand hat ein Recht auf Kinder. 

Denn wenn ein Paar z. B. aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen kann, dann folgt daraus nicht, das sie ein „Recht auf ein Kind“ hätten. Ein solches Recht gibt es nicht.

Und Kinder haben ein Recht auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben.

Kinder sind kein Besitz, wie es z. B. Haustiere sind, sondern prinzipiell und von Anfang an freie Menschen, die selbst über ihr Leben bestimmen können und sollen, sobald sie hierfür alt genug sind.

Es geht bei Kindern nur um eines: um die gelingende Entwicklung der Kinder zu jungen Erwachsenen und stabilen Persönlichkeiten.

Das heißt: es geht überhaupt nicht um die Eltern und deren Vorstellungen. Kinder wählen Berufs- und Lebenswege, die die ihren sein werden, und die oft anders sind als die Wunschvorstellungen der Eltern. Und das ist richtig so.

Die irrige Vorstellung, es gebe ein Recht auf Kinder, ist ein narzisstischer Wunsch, der die Wünschenden disqualifiziert.