Medienspiegel

Managerinnen- Barometer 2016

Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 83.2016, 2 

Bericht von Elke Holst und Anja Kirsch (FU Berlin)
Spitzengremien großer Unternehmen: Mehr Schubkraft für eine ausgewogene Repräsentation
von Frauen und Männern nötig 31
Interview mit Elke Holst
»Weg zu mehr Frauenanteilen in Spitzengremien
bleibt lang und mühsam « 45
Bericht von Elke Holst und Anja Kirsch (FU Berlin)
Finanzsektor: Frauenanteile in Spitzengremien
nehmen etwas zu – Männer geben den Ton an 46
Am aktuellen Rand Kommentar von Martin Gornig
Eine Krise in China trifft Deutschland ins Mark 60

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.524057.de/16-2.pdf

und für 2015

https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.495352.de/15-4.pdf

Kommentar GB:

Werden hier (1 – 3) überhaupt forschungsrelevante Fragen gestellt?

Warum wird eigentlich nach den  Frauenanteilen und der ausgewogenen Repräsentation von Männern und Frauen gefragt?

Warum sollten diese von Bedeutung sein?

(1) Weil sie einen positiven Effekt auf den Unternehmenserfolg haben?

Das wäre betriebswirtschaftlich allererst einmal zu begründen und zu belegen.

Aber das ist bisher nicht gelungen.

Eine andere Hypothese hierzu lautet:

(2) Frauenanteile sind in der Regel betriebswirtschaftlich irrelevant; sie haben keinen nennenswerten Beitrag zum Unternehmenserfolg; oder: ihre Wirkung auf den Unternehmenserfolg ist neutral.

Und eine weitere Hypothese lautet:

(3) Steigende Frauenanteile haben einen negativen Effekt auf den Unternehmenserfolg.

Diese Hypothesen wären nun sorgfältig zu prüfen.

Welche dieser Hypothesen können auf Basis der Methoden der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung falsifiziert werden? M. W. trifft das nach bisherigem Forschungsstand für die Hypothese 1 zu. Bleiben also noch die Hypotheesen 2 und 3 als offene Forschungsfragen.

Das könnte und sollte das DIW m. E. tun, das wäre ökonomische Wissenschaft.

Aber die Frage nach Frauenanteilen wird, nicht nur beim DIW, als selbstverständlich vorausgesetzt, aber sie ist es überhaupt nicht.

Denn derartige Fragestellungen bringen ausschließlich das Partialinteresse eine sehr kleinen, gut überschaubaren, als Lobby gut organisierten Frauengruppe zum Ausdruck, nämlich das Partialinteresse der beruflich ambitionierten Frauen der oberen Mittelschicht. Diese Frauen sind ohnehin bereits privilegiert, und ihren Wunsch, auf diese Weise etwas für ihre eigene Karriere tun wollen, ohne sich individuell darum zu bemühen, man kann ihn verstehen, denn mit der Seilbahn geht´s eben ohne besondere Mühe komfortabel zum Gipfel. Und Komfort lieben sie eben über alles. Das alles gilt, last not least, in besonderem Maße für Politikerinnen, die an ihre Versorgung und ihr finanzielles Zubrot für die Zeit nach ihrem politischen Amt denken. Denn das ist nicht eben selten die Zeit des Abkassierens. Pekunia non olet – Geld stinkt nicht, man weiß das seit der Antike. Und Geld, insbesondere viel Geld, nehmen doch, egal ob Mann oder Frau, alle gern an. Oder jedenfalls: fast alle. Jedenfalls ist verständlich und leicht nachvollziehbar, dass Frau hier gern dabei sein möchte.

Das ist es, worum es geht; so auch Elke Holst und Anja Kirsch.