Medienspiegel

Nervöse Feministin

Andrea Römmele

[Prof. Dr. Andrea Römmele lehrt Kommunikation in Politik und Zivilgesellschaft an der Hertie School of Governance in Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wahl- und Parteienforschung. Außerdem ist sie als Kommunikationsberaterin für Parteien und Unternehmen tätig.]

AfD auf dem Vormarsch:

Unsere Gesellschaft muss bald eine Grundsatzfrage beantworten

(…) „Der Kurs der AfD ist antifeministisch, zielen ihre Thesen doch im Grunde auf eine Gesellschaft ab, in der Männer Frauenbeschützer und Frauen Geburtsmaschinen sind. Welche Frau möchte denn schon von Männern „beschützt“ werden, die ihre feministische Seite nur dann entdecken, wenn es darum geht, Hetze gegen Fremde zu betreiben?“ (…)
„Die momentane Spaltung Deutschlands geschieht also vielleicht eher zwischen den Menschen, die zu einer ultrakonservativen und homogenen Gesellschaft zurückwollen, und anderen, die einen emanzipatorischen Gesellschaftskurs befürworten.“ (…)
„Gefährlich ist, dass der Anti-Flüchtlingskurs der AfD momentan aufgrund der Aktualität des Themas alle anderen, grundsätzlichen Themen in den Hintergrund drängt. Daher wird die AfD sicher in den anstehenden Landtagswahlen gut abschneiden. Das langfristige Potenzial der AfD hängt jedoch sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene davon ab, wie fortschrittlich unsere Gesellschaft sein möchte, vor allem auch jenseits der Flüchtlingsfrage.“ (…)

Kommentar GB:
Wäre Frau Römmele zu einer nüchternen, sachlichen und realistischen Analyse der politischen Entwicklung in der Lage, dann hätte sie m. E. in ihrem Artikel eine andere Ausdrucksweise gewählt.
So ist es z. B. doch erstaunlich zu lesen, dass sie Mütter als Gebär m a s c h i n e n (s. o. !) sieht; sich selbst eigentlich auch? Das man sich erst einmal klarmachen, was bei dieser Wortwahl in diesem vermeintlich emanzipierten Kopf vor sich gegangen ist!
Nun, und dann, sehr geehrte Frau Römmele, wenn Feministinnen im Internet ständig gegen den „bösen weißen heterosexuellen Mann“, den Sündenbock des 21. Jahrhunderts, der ihnen den alten des 20. Jahrhunderts ersetzt, hetzen, selbstverständlich ohne dafür öffentlich wegen Sexismus angeklagt zu werden, dann sollte sich jetzt niemand wundern, wenn sich eben dieser „böse weiße heterosexuelle Mann“ nun gelassen zurücklehnt und auf die vorhandenen Angebote zur Frauenselbstverteidigung hinweist. Auf den blinden Fleck der Islamophilie, der in diesem Zusammenhang erkennbar geworden ist, gehe ich hier nicht weiter ein.
Was Frau Römmele aber eigentlich nervös macht, das ist, dass der Kurs der AfD antifeministisch sei.
Gemeint ist damit vermutlich dieser Text, den ich dank Google aufgefunden habe, und über den man denken mag wie man will, den aber sicherlich jeder Leser ohne Frau Römmele selbst lesen und beurteilen kann:
Einmal vorausgesetzt, dass Frau Römmele mit dieser Feststellung etwas richtig zum Ausdruck bringt, dann stellt sich die Frage, ob die AfD damit ein Alleinstellungsmerkmal in der Parteienkonkurrenz erreicht hat. Ich mag mich irren, schon weil ich die Parteienlandschaft diesbezüglich nicht hinreichend kenne, aber ich denke, dass es wohl so sein könnte. Oder sind zum Beispiel CSU oder FPD diesbezüglich Konkurrenten der AfD? Ich weiß es nicht, und ich lasse die Frage deshalb offen.