Medienspiegel

Afrika-Politik

Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern kommen aus wirtschaftlichen und klimatischen Gründen, für die wir verantwortlich sind, sagt der Grünen-Mitbegründer Lukas Beckmann. Der GLS-Treuhand-Vorstand spricht am Donnerstag auf unserer Veranstaltungsreihe „Nachhaltig und gut?“. Im Interview fordert er eine gesamtgesellschaftliche Umorientierung.

http://www.cicero.de/berliner-republik/gruenen-mitbegruender-lukas-beckmann-wir-brauchen-eine-gesellschaftliche

Kommentar GB:

„Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern kommen aus wirtschaftlichen und klimatischen Gründen, für die wir verantwortlich sind.“

Nein. Denn: Wer bitte ist hier „wir“? Etwa Lukas Beckmann und die Grünen? Oder wer sonst?

Wenn damit das Tandem Wirtschaftskonzerne und EU-Behörden gemeint sein sollte, das teils mit politisch-juristisch Vorbereitungen, teils mit Investitionen in Afrika betätigen, um z. B. an Rohstoffe zu gelangen und um Gewinne zu erzielen, dann kann dem m. E. zwar kaum widersprochen werden.

Die Bürger der EU sind jedoch nicht Teil dieses „wir“, weil sie den politischen und ökonomischen Manövern des Tandems ebenso ausgeliefert sind wie die Afrikaner, auch wenn es ihnen dabei sehr viel weniger schlecht geht.

Der manipulative sozialpsychologische Trick, der hier – wieder einmal – angewendet wird, ist der, bei denjenigen, die gar keine beteiligten Akteure sind, Schuldgefühle auszulösen. Wer auf diese rhetorische Figur trifft sollte sich allerest klar machen, dass niemand sich diesen Schuh anziehen muß, der nicht direkt beteiligt gewesen ist, und das sind nur sehr wenige, und dass zweitens ein Schuft ist, wer andere, gänzlich Unbeteiligte zu ihrem Schaden zu manipulieren versucht.