Die Migrationsdebatte dreht sich im Kreis – seit Jahrzehnten

Von Anabel Schunke

„Längst wissen wir, dass Einwanderung problematisch ist, aber wir diskutieren lieber weiter und schieben Entscheidungen und klare Aussagen weiter vor uns her, statt endlich festzulegen, wer wir sind und wer wir in diesem Land und in Europa künftig sein wollen.“  –  Auszug:

„Nun kann ich verstehen, dass dem ein oder anderen die Zeit fehlt, das gesamte Phänomen der Migration nach Europa seit den 1950-60er Jahren zu recherchieren. Für die Diskussion jetzt ist das auch gar nicht nötig. Im Prinzip reicht es schon aus, einen Blick auf die Frage werfen, wie vor ein paar Jahren über das Thema Migration/Integration debattiert wurde. Zeitungsartikel, ältere Online-Artikel können da Aufschluss geben. Sie erinnern nicht selten daran, dass wir nicht die ersten Menschen sind, die diese Gedanken haben und dass die Debatte um Integration auch keinesfalls erst seit 2015 oder allenfalls seit Thilo Sarrazin 2010 geführt wird. Eine solche Einordnung kann relativieren und beunruhigen zugleich. In diesem Fall ist sie eher beunruhigend.

Spiegel_Koran

„Das Prinzip Kopftuch – Muslime in Deutschland“ titelte 2003 der SPIEGEL, als man noch so etwas wie annähernd kritischen Journalismus betrieb. In dieser Ausgabe enthalten: der lange Text „Das Kreuz mit dem Koran“: eine gemeinschaftliche Abhandlung von acht Autoren. Anlass des Artikels war die 2003 als „Kopftuchurteil“ betitelte Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zu Ungunsten der muslimischen Lehrerin Fereshta Ludin, aufzuheben. Die Kritik an der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes: Es sei gar keine Entscheidung gewesen, da man die Entscheidung über ein etwaiges Verbot einfach auf die jeweiligen Bundesländer abgewälzt hatte, statt eine Grundsatzentscheidung im Umgang religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit zu fällen.

Nach 13 Jahren dieselben Fragen“  (…)

Zum Artikel:

http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/die-migrationsdebatte-dreht-sich-im-kreis-seit-jahrzehnten/