Erdogan droht mit der Migrationswaffe

Wolfram Weimer

„Angela Merkel hofft darauf, dass die Türkei sich als Grenzpolizist Europas einkaufen lässt.

Doch Erdogan hatte die Massenflucht von Anfang an gezielt befördert und droht nun offen mit einer Völkerwanderung.“

„Das Schicksal Europas liegt in diesen Tagen in den Händen Recep Erdogans. Da Europa unfähig ist, seine eigenen Grenzen zu sichern, liegt der Schlüssel zur Migrationskrise in Ankara. Es wird also Zeit, sich über Erdogan klar zu werden. Der türkische Staatspräsident hat die Türkei in ein islamistisches Neo-Sultanat verwandelt, er führt Krieg gegen Syrien und einen zweiten, immer monströseren gegen die Kurden. Er tritt Menschenrechte mit Füßen und geht mit wachsender Brutalität gegen Kritiker und Widersacher vor. Er hat sich mit all seinen Nachbarn überworfen, und mit den beiden wichtigsten – Iran und Russland – bewegt er sich am Rande weiterer Kriege.

Merkel macht einen Schurken zum Grenzpolizisten

Ausgerechnet diesem Mann vertraut Angela Merkel nun die Lösung der Migrationskrise an. Sie reist, hofiert, verhandelt und bietet Milliarden dafür, dass die Türkei das tut, wofür sich Deutschland und Europa zu schade sind – die eigenen Grenzen zu sichern. Dieser Vorgang ist moralisch fragwürdig, denn man macht einen Schurken zum eigenen Grenzpolizisten und verrät die Menschenrechtsagenda in der Türkei. Er ist aber auch machtpolitisch unklug, weil man den wichtigsten Verbündeten, den Kurden in den Rücken fällt und sich obendrein erpressbar macht. Europa hätte eine sichere Grenze von Erdogan Gnaden. Er wäre der Türsteher Angela Merkels.

Dabei hat Erdogan in dieser Woche klar gemacht, dass er seine Macht als Migrationslenker zynisch genießt. Er behandelt Angela Merkel wie eine naive Bittstellerin und droht schon mal mit neuen Flüchtlingsmassen: “Egal wie grob, wie gnadenlos, wie gewissenlos die westlichen Länder sich verhalten, sie haben keine Chance, diesen Strom unter Kontrolle zu halten”, schwadronierte Erdogan, und um jede Hoffnung Merkels zu zerstören kündigt er an: „Denjenigen, die weiterziehen wollen, um in westlichen Ländern eine Zukunft zu suchen, denen werden wir nichts sagen.“ “ (…)

(…) „fünftens betreibt Erdogan mit seiner Migrationsförderung auch ein historisch-strategisches Ziel, das er seit Jahren beschwört: die schleichende Islamisierung Europas. Mit seiner Religionsbehörde Diyanet soll Europa (und insbesondere in Deutschland) planvoll islamisiert werden; die Flüchtlinge spielen dabei eine Schlüsselrolle, etwa mit systematischen Moscheenbauten, um den Gläubigen in der Fremde „eine Heimat zu schenken“. Erdogans Lieblingszitat dazu stammt aus einem Gedicht von Ziya Gökalp:“Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette.“ Erdogan versteht sich innen- wie außenpolitischer als religiöser Kulturkämpfer, als Schutzpatron der islamistischen Expansion.“ (…)

Zum Artikel:

http://www.theeuropean.de/wolfram-weimer/10745-tuerkei-erpresst-europa

Kommentar GB:

Der Fehler liegt offen zutage. Und deshalb ist der Plan B der Visegrad Staaten, also die Schließung der mazedonisch-bulgarischen Grenze, schlicht notwendig und unvermeidbar. Also wird sie kommen. Und Frau Merkel wird gehen. Allerdings sind damit selbstverständlich die Migrationsprobleme nicht gelöst, sondern sie werden weiter intensiv bearbeitet werden müssen.

Eine Befriedung der Region ist ein notwendiger erster  Schritt,

ihr Wiederaufbau ein zweiter.

Dass das alles andere als einfach ist, das ist evident. Aber die Ziele bleiben dennoch richtig.

Über deutsche Rüstungsexporte in die arabischen Golfstaaten:

http://www.cicero.de/kapital/deutsche-waffenexporte-gabriels-scheitern/60523