Medienspiegel

Bürgerkrieg in Syrien: Schlachtfeld der muslimischen Völker

15.03.2016, von Rainer Hermann

„Mit Waffen, Söldnern und viel Geld ringen Iran und die Golf-Staaten seit fünf Jahren in Syrien um die künftige Machtordnung des Nahen Ostens. Der Stellvertreterkrieg geht auf eine Jahrhunderte alte Niederlage zurück.

Syrien ist das Schlachtfeld, auf dem sich die künftige Ordnung des Nahen Ostens entscheidet. Daher hat jede der beiden Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran ein vitales Interesse daran, Syrien in seinem Einflussbereich zu halten. Es geht dabei nicht um die Person Baschar al Assads. Vielmehr versucht Iran sicherzustellen, dass das Regime in Damaskus überlebt, weil es Teheran den Zugang zum Libanon und zur dortigen Schiitenmiliz Hizbullah sichert. Ferner will Iran auf syrischem Boden den „Islamischen Staat“ (IS) bekämpfen, den es als Bedrohung sieht und von iranischem Boden fernhalten will.

Saudi-Arabien hingegen sieht in dem Krieg eine Chance, Syrien aus dem „schiitischen Halbmond“, der von Teheran über Bagdad und Damaskus nach Beirut reicht, herauszulösen und diese Achse durch die Einsetzung einer sunnitischen Vasallenregierung in Damaskus zu brechen. Damit soll eine Entwicklung umgekehrt werden, die 1979 mit der Revolution in Iran begann und 2003 mit dem Sturz Saddam Husseins zur Machtübernahme durch die irakischen Schiiten in Bagdad geführt hat. Die arabische Welt war seit Saladin im 12. Jahrhundert weitgehend sunnitisch gewesen. Von 1979 an aber drang der revolutionäre schiitische Islam in die arabische Welt ein. Mit den Stellvertreterkriegen in Syrien und im Jemen will Saudi-Arabien den Status quo ante vor 1979 wiederherstellen.“ (…)

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