Medienspiegel

Das unendliche griechische Desaster

07. März 2016 l

„Es ist nun acht Jahre her, dass Griechenland in eine Rezession geriet und sechs Jahre, dass es einer vom IWF, der EU und der EZB (der Troika) vorgeschriebenen Bailout –Strategie folgte. Die SYRIZA- Regierung, die im Januar 2015 gewählt wurde und mit der man die Hoffnung verband, dass sie aus dem Austeritätsprogramm aussteigen würde, hat kapituliert und wendet nun die Bailout-Politik an. Die Wirtschaft zeigt keine Zeichen einer nachhaltigen Erholung und befindet sich 2015 wieder in einer Rezession.

Dennoch hat sich 2016 die Lage des Landes durch eine Welle von Flüchtlingen und Migranten ungeheuer verschlechtert. Griechenland ist zu einem Transitland für Menschen geworden, die versuchen, über die Türkei weiter nach Nordeuropa zu gelangen. 2015 kamen und gingen auf diesem Wege 800 000 Flüchtlinge und Migranten. Im Februar 2016 wurden die griechischen Grenzen auf Druck vonseiten Österreichs und anderer Länder der EU effektiv versiegelt. In der Folge sind Camps voller notleidender Menschen entstanden. Wenn keine humane und rationale europäische Lösung in den kommenden Wochen gefunden wird, könnten der soziale, wirtschaftliche und politische Druck auf das erschöpfte Griechenland so unerträglich werden, dass es zu einer ernsthaften Bedrohung der Beziehungen mit der EU kommen könnte.

Der Zustand der Wirtschaft

Der erbärmliche Zustand der griechischen Wirtschaft wird in den Daten von ELSTAT, der Griechischen Statistikbehörde, vom 29. Februar offenkundig. Abgesehen von einem erstaunlichen Sprung für das letzte Quartal von 2015, das einen außergewöhnlichen Anstieg von 20% bei den Investitionen von Quartal zu Quartal zeigte, hat die Behörde festgestellt, dass Griechenlands GDP im Jahr 2015 um 0,3% geschrumpft ist. Der Verbrauch hat 2015 ein wenig zugenommen, aber die Investitionen sind weiter gesunken – und das trotz des erstaunlichen Anstiegs im letzten Quartal. Auch die Exporte sind 2015 erneut zurückgegangen.“ (…)

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