Medienspiegel

„Gender Mainstreaming“ = Politische Geschlechtsumwandlung

Kaum eine Frau kennt den Begriff „Gender Mainstreaming“. Dabei handelt es sich um eine durchgreifende Maxime, die vor allem den Interessen der Frauen dienen soll.

Was bedeutet sie? Wie hängen Gleichstellung und Gleichbehandlung zusammen?

20.06.2006, von Volker Zastrow

„Die Bundesregierung verfolgt derzeit mehrere Projekte von „Gleichstellung“ und „Gleichbehandlung“. Deshalb gibt es in der Union und den ihr nahestehenden Wählerschichten erhebliche Bewegung. Unionspolitiker in Bund und Ländern, auch zahlreiche Abgeordnete in der gemeinsamen Fraktion von CDU und CSU deuten die hinter beiden Projekten spürbare Bewegungsrichtung als unerklärliche und letztlich anonyme Strömung des Zeitgeistes. Viele wissen auch aus eigener Erfahrung, was Umfragen immer neu belegen: daß die überwältigende Mehrheit der Mütter in Deutschland gern halbtags, aber nur ungern ganztags arbeiten würde. Und doch verabschieden die beiden stark geschrumpften Volksparteien ein gerade auf das Gegenteil zielendes Gesetz. Abgeordnete mit einem herkömmlichen Familienbild (Vater, Mutter und Kinder bilden die Familie) fragen sich fast verzweifelt, woher das alles kommt und warum es, obwohl kaum jemand dafür zu sein scheint, gleichsam unwiderstehlich über die Politik hereinbricht.

Die vor allem von der Familienministerin von der Leyen (CDU) durchgesetzte Gleichstellungspolitik verfolgt mehrere Ziele. In den Vordergrund wird das von vielen jungen Eltern, zumal Müttern, drängend empfundene Problem der „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ gestellt. Die geplanten Veränderungen gehören aber haushalts- und gesetzestechnisch teilweise auch zum Ministerium für Arbeit und Soziales, das vom vormaligen SPD-Vorsitzenden Müntefering geführt wird. Denn der eigentliche, aber selten offen dargelegte Zweck dieser Politik ist die Erhöhung der Frauenerwerbsquote. Die Gleichstellung von Mann und Frau soll durch die Vollbeschäftigung beider verwirklicht werden.

„Gender Mainstreaming“. Es ist schwer, diesen Begriff ins Deutsche zu übersetzen. Man findet in den zahlreichen Publikationen darüber keinen Versuch einer solchen Übersetzung, auch nicht auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums. Es unterhält seit Oktober 2003 unter dem Dach des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Berliner Humboldt-Universität ein sogenanntes „GenderKompetenzZentrum“. Auch dieses bietet keine Übersetzung für „Gender Mainstreaming“. Die Unverständlichkeit ist also gewollt.

„Politische Geschlechtsumwandlung“ wäre die treffendste Übersetzung.

Aber das ist keine mehrheitsfähige Forderung. (…)

Der Zusammenhang von Feminismus und Lesbenbewegung wird öffentlich verbrämt, dabei ist er nachgerade zwingend. Denn während homosexuelle Männer auch ohne Frau und Kinder in der sogenannten „patriarchalischen“ Gesellschaft erfolgreich sein konnten, bot sich diese Möglichkeit homosexuellen Frauen kaum. Ihnen drohte die Abwertung als „alte Jungfer“; berufliche Bildung, Aufstieg und Anerkennung waren für sie erheblich schwerer zu verwirklichen als für den alleinstehenden Mann. Der Zusammenhang zwischen Frauen- und Lesbenbewegung, der in der Politik der großen Koalition als Gleichstellungs- und Gleichbehandlungspolitik aufscheint, ist also durchweg biographischer Natur.

Er kann aber nicht offenbart werden, da die Interessen von Lesben gerade in der bedeutsamen Frage von Ehe und Familie mit denen anderer Frauen keineswegs übereinstimmen. Schon in den siebziger Jahren zeigte sich, daß ein offen lesbischer Feminismus in der damaligen Frauenbewegung keine Durchschlagskraft gewinnen konnte, etwa am Beispiel der Zeitschrift „Courage“. Dagegen hat die zurückhaltendere „Emma“ bis heute überlebt. Niemand kann ihrer Herausgeberin Alice Schwarzer absprechen, eine begnadete Interessenpolitikerin zu sein – wahrscheinlich die in Deutschland erfolgreichste.

Sie und ihre Zeitschrift verschleiern den hier geschilderten Zusammenhang, und zwar im Laufe der Zeit eher zu- als abnehmend. In Wendungen wie „Radikalität und Zärtlichkeit“ läßt er sich allenfalls erahnen. Gelegentlich hat aber auch Alice Schwarzer daran erinnert, daß die Initialzündung zur Gründung der „Emma“ der Itzehoer Strafprozeß (1973/74) gegen das lesbische Paar Judy Anderson und Marion Ihns gewesen ist, die den Ehemann Ihns‘ hatten ermorden lassen: Dies sei ein wahrer Hexenprozeß gewesen, „der in dieser Phase der ,neuen Zärtlichkeit‘ abrechnete mit der Frauenliebe“. So hieß es damals auch schon auf den Flugblättern protestierender Frauengruppen und in einem von Alice Schwarzer 1974 für „konkret“ verfaßten Aufsatz.“ (…)

(Hervorhebungen GB)   –   Zum Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-politische-geschlechtsumwandlung-1327841.html?printPagedArticle=true#/elections

http://www.manuscriptum.de/gender-politische-geschlechtsumwandlung.html

sowie, von Gerhard Amendt:

http://www.manuscriptum.de/frauenquoten-quotenfrauen.html

und, ergänzend zu Zastrow:

http://cuncti.net/wissenschaft/510-braucht-unsere-gesellschaft-gender-studies

http://cuncti.net/gesellschaft/421-diversity-management-wem-nuetzt-das

http://cuncti.net/geschlechterdebatte/852-deutung-statt-erklaerung

Kommentar GB:

Die sogenannten Gender Studies können ohne ihre hidden agenda, den Lesbianismus, überhaupt nicht verstanden werden; in den queer studies tritt er offen zutage. Ihr ideologisches Produkt ist, mit der Prophetin Judith Butler, die Weltanschauung des Lesbianismus. An dieser zu arbeiten, diese fortzuentwickeln, das ist der meist unausgesprochene Sinn und Zweck der Gender Studies.

Es handelt sich bei dieser Weltanschauung um eine Dogmatik, die aller Analytik vorausgesetzt ist, und die im Ergebnis immer nur bestätigt werden kann. Daraus entspringt mit Notwendigkeit ihr antiwissenschaftlicher Charakter, politisch gewendet ihr Totalitarismus, genau so, wie das bei anderen bekannten Weltanschauungen der Fall gewesen ist. Erfahrbar wird dieser Totalitarismus im heutigen Alltag u. a. in den absurden sprachpolitischen Eingriffen: heute morgen im Radio hörte ich einen Sprecher, der von „den Akteuren und den Akteurinnen“ sprach …

Die Sprachverücktheit greift um sich, und sie wird bürokratisch durchgesetzt, mit denselben administrativen Methoden wie die frühe antisemitische Politik der braunen Ära.

Die ganze Struktur ist, durchaus konsequent, eine quasi-theologische, nur dass hier nicht der Koran oder die Rassen-Phantasien der NSDAP vorausgesetzt werden, sondern die ebenso drollige wie falsche Butlersche Lehre von der sozialen Konstruiertheit des Geschlechts, die eine absurde Verleugnung der biologischen Tatsachen impliziert; siehe hierzu:

http://www.gender-diskurs.de/

Organisiert ist dieser lesbische Weltanschauungsverein analog zu Strukturen einer Sekte.

Ihre Ideologinnen werden, wie ein Orden von Priesterinnen, als Gender-Professorinnen auf Steuerzahlerkosten an Hochschulen versorgt. In der Außendarstellung werden dafür harmlose und positiv konnotierte Etiketten, wie zum Beispiel „Geschlechterforschung“ verwendet. Das ist notwendig, weil für diese sektiererische Minderheitenpolitik zu Lasten der Allgemeinheit eine legitimierende rhetorische Formel benötigt wird, die keinen – nur zu berechtigten – Verdacht aufkommen läßt.

Das ist bisher bemerkenswert gut gelungen.