Medienspiegel

IS-Terrorist im belgischen AKW-Hochsicherheitsbereich

Ralf Streck 24.03.2016

Der in Syrien getötete Ilyass Boughalab arbeitete drei Jahre als Techniker im Pannen-Atomkraftwerk Doe

„Pleiten, Pech und Pannen sind schon lange in den belgischen Pannenreaktoren Doel und Tihange auf der Tagesordnung. Immer wieder müssen die Meiler abgeschaltet werden. Sogar die sehr atomfreundliche Atomaufsicht (AFCN) drohte schon wegen einer fehlenden „Sicherheitskultur“ mit der Abschaltung. Sie reichte Klage bei der Staatsanwaltschaft ein, weil Techniker und Ingenieure ihre Arbeit im nuklearen Kontrollraum des uralten Kraftwerks nicht sonderlich ernst nahmen (Neue Notabschaltung im belgischen Tihange). Doch noch bedenklicher stimmt die Tatsache, dass mit Ilyass Boughalab sogar ein den Behörden bekannter radikaler Islamist drei Jahre im Hochsicherheitsbereich des Atomkraftwerks Doel gearbeitet hat.

Und damit wird verständlich, warum nach den neuen Anschlägen in Brüssel am Dienstag hektisch viele Beschäftigte der beiden Atomkraftwerken nach Hause geschickt wurden. Der AFCN-Sprecher Lodewijk van Bladel erklärte zwar, man habe aber keine spezifischen Hinweise darauf, dass Terroristen die belgischen Atomkraftwerke im Visier hätten. „Aber sie sind eines von möglichen Zielen terroristischer Anschläge“, fügte er dann doch an. Angeblich hätte man die Atomkraftwerke nur mit minimaler Besetzung betrieben, um die Anlagen schneller evakuieren zu können, wäre dies nötig gewesen.“ (…)

http://www.heise.de/tp/artikel/47/47781/1.html