Medienspiegel

Professor Ulrich Kutschera über Geschlechterforschung

Veröffentlicht

Von Bastian Ludwig, geboren 1980. Ich arbeite seit 2008 für die HNA. Seit 2011 in der Lokalredaktion Kassel. Kasselaner.  E-Mail:bal@hna.de

„Kassel. Der Kasseler Biologie-Professor Ulrich Kutschera hat zum Rundumschlag gegen die Geschlechterforschung ausgeholt.

In provokanten Thesen (Zitate: siehe unten) legt der umstrittene Wissenschaftler der Uni Kassel einmal mehr dar, warum er „Gender Studies“ für eine gefährliche Pseudowissenschaft hält. Deren „Frau-gleich-Mann-Ideologie“, wie der 61-Jährige sie nennt, sei ein Angriff auf das klassische Rollenbild der Geschlechter und gefährde nicht weniger als den Fortbestand der Menschheit.

Zitat aus dem Buch von Kutschera (mit dem er einen Kollegen recht gibt):

„Neue Studien haben gezeigt, dass Frauen und Männer sich genetisch in etwa derart unterscheiden wie Menschen und Schimpansen.“ (Mehr Zitate finden Sie unten)

Der Evolutionsbiologe hatte bereits in mehreren Interviews seine harsche Kritik an der Genderforschung, die auch an der Kasseler Uni betrieben wird, geäußert. Daraufhin war er von der Uni-Leitung zur Mäßigung aufgefordert worden, da seine Äußerungen das vertretbare Maß an inhaltlicher Kritik überschritten hätten.

Offenbar hat sich Kutschera den Fingerzeig des Uni-Präsidiums nicht zu Herzen genommen. Mit seinem neuen Buch „Das Gender-Paradoxon“ gibt er auf 440 Seiten seiner Verachtung gegenüber den Gender-Studien („generieren akademisch klingenden Papiermüll“) Ausdruck. So schreibt er von „fundamentalistischen Feministinnen“, die ihr „radikales Programm“ mit „Mafia-artigen Kampfmethoden“ in alle Gesellschaftsbereiche getragen hätten.“ (…)

„Das sagt die Universität

Die Uni Kassel wollte sich auf HNA-Anfrage nicht zu Kutscheras Buchveröffentlichung äußern. Ein Sprecher verwies auf Stellungnahmen aus 2015, in denen sich die Uni-Leitung klar zur Frauen- und Geschlechterforschung bekannt hatte. Debatten müssten überdies vom gegenseitigen Respekt der Disziplinen geprägt sein. Es sei nicht akzeptabel, wenn Mitglieder der Universität bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen die fachliche Kompetenz und Reputation absprechen. (bal)“

Zum Artikel:

http://www.hna.de/kassel/nord-holland-ort304156/biologe-kassel-ulrich-kutscher-frauen-mafia-werk-6238075.html

Kommentar GB:

Prof. Dr. Ulrich Kutschera hat ein wissenschaftliches Werk vorgelegt, das wissenschaftlich oder gar nicht kritisiert werden kann. Wenn die Universität Kassel meint, Respekt gegenber anderen Disziplinen einfordern zu können oder zu dürfen, also wissenschaftliche Kritik auszuschalten, dann befindet sie sich im Irrtum.

Dies schon deshalb, weil, wie nachdrücklich zu betonen ist, es sich bei den Gender Studies um keine wissenschaftliche Disziplin, sondern um eine Weltanschauung handelt. Die Kritik an dieser als Wissenschaft getarnten Weltanschauung hat begonnen und wird fortgesetzt werden.

Und feministisch besetzte Hochschulpräsidien werden das nicht verhindern.

http://www.gender-diskurs.de/