Medienspiegel

Ungleichheit

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Ungleichheit hat viel mit Persönlichkeit zu tun, sagt der Ökonom Armin Falk im ZEIT-Gespräch –
und die lässt sich verändern.

(…) „ZEIT: Der dümmste Bauer erntet also mitnichten die größten Kartoffeln in Deutschland, sondern es gibt tatsächlich einen großen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Erfolg?

Falk: Eindeutig ja. Der Skandal besteht aber gerade darin, dass Kinder, die genauso intelligent sind wie andere, aufgrund ihrer Herkunft oder der Fähigkeiten ihrer Eltern schlechter abschneiden. Ich will nur, dass Kinder, die gleich gut sind, auch die gleichen Chancen haben. In diesem Zusammenhang fällt mir auch ein interessanter Befund ein, der politisch etwas anstößig sein könnte. Es geht um Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Wir haben für eine globale Studie 80.000 Personen in 76 Ländern über ihre Präferenzen befragt. Ein Ergebnis: Es gibt weltweit ausgeprägte Geschlechterunterschiede. Frauen sind zum Beispiel weniger risikobereit als Männer, gerade auch in hoch entwickelten Industriegesellschaften. Man hätte denken können, das sei nur ein Phänomen von armen, unfreien Gesellschaften. Aber tatsächlich gilt: Gerade wo das Maß der geschlechtlichen Gleichbehandlung zunimmt und die Chancen für Frauen wachsen, entfernen Frauen sich weiter von den Männern. Das heißt, wir sollten die Menschen nicht gleichmachen, sondern nur ihre Chancen – wir sollten sie befähigen, souverän zu entscheiden, was sie gerne tun. Es kann ja nicht darum gehen, jemandem einen Lebensstil vorzuschreiben.“  (…)

http://www.zeit.de/2016/11/chanchengleichheit-ungleichheit-persoenlichkeit-verhalten/komplettansicht

Kommentar GB:

Ein wichtiges Interview, das eine besondere Beachtung verdient!