Medienspiegel

Unternehmensgründungen

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„Start-ups – sprengt den Boys-only-Club!“

Von Heike Schwesinger

(…) „Frauen als Investorinnen, Gründerinnen oder Führungskräfte sind eine verschwindend kleine Minderheit, es sind nahezu ausschließlich männliche Persönlichkeiten, die diese jungen Unternehmen maßgeblich prägen.“ (…)

„Von außen lassen sich kaum Anreize zur Förderung von Frauen in der Start-up-Unternehmen setzen, da sie weder starken gesetzlichen Regulierungen, noch dem Druck der öffentlichen Meinung unterliegt, die in den „alten“ Industrien langsam zu einem Kulturwandel führen. Richtet ein Geldgeber ein besonderes Augenmerk auf Gründerinnen, haftet diesen Investmentstrategien oft der Eindruck der Philanthropie oder des sozialpolitischen Engagements an, nicht unbedingt der eines smarten Investments.

Doch sowohl die Start-ups als auch die Gesellschaft brauchen junge Frauen, die bereit sind, ihr Können, ihre Perspektive und ihre Ideen zur Verfügung zu stellen. (…)

Zum Artikel:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/frauen-fehlen-im-start-up-und-tech-sektor-a-1079998.html

Kommentar GB:

Die betriebswirtschaftliche Handlungslogik ist nicht nur bei Unternehmensgründungen geschlechts-neutral. Wer eine selbständige Existenz anstrebt, wer eine Geschäftsidee hat, womöglich eine innovative, wer sich mit der nötigen Intensität für das neu Unternehmen engagiert und dabei bereit ist, die unvermeidlichen, nicht unerheblichen Risiken einzugehen, der hat andererseits eine große Chance.

Und daher verdienen erfolgreiche Unternehmensgründer Respekt für Ihre Leistung.

So weit, so gut. Eine besondere Frauenförderung ist aus Sicht der Autorin eher nicht empfehlenswert. Auch dem kann man beipflichten. Aber dann behauptet sie plötzlich und unvermittelt:

„Doch sowohl die Start-ups als auch die Gesellschaft brauchen junge Frauen, die bereit sind, ihr Können, ihre Perspektive und ihre Ideen zur Verfügung zu stellen.“

Wieso denn das? Das ist eine Behauptung, die sofort an das weiße Kaninchen denken lässt, dass der Zauberer aus den Zylinder holt. Das Publikum klatscht, der Trick ist gelungen. So ist es auch hier.

Wie kommt sie denn auf diese Idee? Es ließe sich viel naheliegender behaupten, dass Frauen, wenn sie  eine Gründung überhaupt in Erwägung ziehen, sich entweder der Schwäche ihrer Ideen bewusst werden oder die in der Tat hohen Risiken scheuen. Das ist alles in Ordnung, ganz unproblematisch und eigentlich kein Thema, wenn es nicht – etwas zwanghaft – dazu gemacht würde, nur um auf der Frauenförderwelle mitsurfen zu können.

Die tatsächlichen Marktverhältnisse und ihre Dynamik wirken in Bezug auf alte wie neue Unternehmen gewissermaßen durch einen evolutiven Druck. Wer neue Nischen erkennt und besetzt, der kann sich schnell entwickeln und expansiv werden, wessen Nische verschwindet, der scheidet aus dem Markt aus, und wer sich der Marktdynamik nicht stellt und dem technischen Fortschritt hinterherhinkt, auch der wird früher oder später aus dem Markt ausscheiden. Entscheidend ist immer der im Wettbewerbs erzielbare Profit, und eben nicht die Frage nach dem Geschlecht dieser oder jener Person. Wenn es in der Verwertungslogik auf irgendetwas nun gar nicht ankommt, dann genau darauf.

Zum Thema Unternehmensgründung:

http://f4.hs-hannover.de/fileadmin/media/doc/f4/Aktivitaeten/Veroeffentlichungen/2007/117.pdf