Medienspiegel

Automatisierung und Beschäftigung: politische Gestaltungsspielräume

Veröffentlicht

Michael Mesch, 20. April 2016

Im Diskurs über die möglichen Auswirkungen der Automatisierung bzw. der Digitalisierung der Wirtschaft kommen zahlreiche Themen zur Sprache: vor allem die potenziellen Effekte auf das Niveau der Beschäftigung und die Beschäftigungsstruktur sowie die Gestaltungsspielräume, welche Politik, Sozialpartner und Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen bei der Umsetzung von Automatisierungstechniken haben. Was die konkreten Auswirkungen der Automatisierungstechniken auf die Qualität der Arbeit, das Niveau der Beschäftigung und die Zusammensetzung der Beschäftigung sind, werden diese maßgeblich von dieser Mitwirkung beeinflusst.

Der Zeitraum vom letzten Viertel des 19. Jh. bis in die Gegenwart war eine Phase beispiellosen technischen Fortschritts. Dieser erfolgte zum einen in der Gestalt von Produktinnovationen, zum anderen in Form von Prozessinnovationen, unter anderem in Form von Automatisierungstechniken. Diese ersetzten Arbeit, genauer gesagt standardisierbare und routinisierbare Tätigkeiten (Substitutionseffekte). Die Anwendung dieser Techniken erforderte jedoch gleichzeitig den Einsatz von höher qualifizierten Arbeitskräften (Komplementaritätseffekte; qualifikationsverzerrter technischer Fortschritt seit der Zweiten Industriellen Revolution Ende des 19. Jh.).

Die Parallelen zu Konzepten oder Visionen wie „Industrie 4.0“, „Arbeit 4.0“ oder „Wirtschaft 4.0“, definiert als interaktive Vernetzung der analogen Produktion von Sachgütern und Dienstleistungen mit der digitalen Welt im Rahmen von sog. digital-physischen Systemen (cyber-physical systems), sind nicht übersehbar. Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus den Erfahrungen des 20. Jh., insbesondere aus der umfassenden Anwendung unzähliger Prozessinnovationen seit dem letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts, die auf den modernen Informations-, Kommunikations- und Steuerungstechniken basierten, in Bezug auf die Gestaltungsspielräume ziehen?

Gestaltungsspielräume für die Politik, die Sozialpartner und die Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen bestehen sowohl auf der betrieblichen und beruflichen Ebene als auch auf der Branchen- und der gesamtwirtschaftlichen Ebene.“  (…)

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