Medienspiegel

Böhmermann entlarvt Merkels ungedichte Stelle

Veröffentlicht

 Wolfram Weimer

„Die Bundeskanzlerin verstrickt sich in der Affäre um das Schmähgedicht des Satirikers Böhmermann in Peinlichkeiten. Der Skandal untergräbt nicht bloß ihre Glaubwürdigkeit – er entlarvt, wie sich Merkel mit ihrer Migrationspolitik vor Erdogan erniedrigt.“

„Jan Böhmermann gelingt, was weder Roland Koch noch Friedrich Merz, weder Gregor Gysi noch Jürgen Trittin, weder Peer Steinbrück noch Sigmar Gabriel je geglückt ist, obwohl sie genau das wollten: Angela Merkel einmal in ernste Schwierigkeiten bringen. Ausgerechnet ein Gedicht entlarvt die Kanzlerin mit ihrer misslungenen Migrationspolitik und untergräbt ihre Integrität schwer. Merkel hätte zu den Schmäh-Reimen des Kölner TV-Narren einfach schweigen können, so wie sie sich in ihrer Karriere häufig bloß kühl nach oben geschwiegen hat.

Aus miserablen Reimen wird eine Staatskrise

Doch Böhmermanns böse Satire lüftet auf derart schamlose Weise den Schleier von der Maske einer zweifelhaften Politik, dass aus miserablen Reimen plötzlich eine Staatskrise wird. Zunächst reagiert der angegriffene Erdogan wie Despoten immer auf Kritik reagieren – humorlos, gereizt, aggressiv. Er fordert den juristischen Kopf des Satirikers, so wie er es in der Türkei gewohnt ist und Hunderte von Regimekritikern brutal verfolgt. Doch dann springt die Kanzlerin Erdogan überraschend zur Seite, ruft eilfertig den türkischen Ministerpräsidenten persönlich an und kritisiert demonstrativ das Gedicht. Hinterher lässt sie das auch noch alle Welt offiziell wissen und ihr lyrisches Urteil verbreiten: „bewusst verletzend“. Unerträglich. Obendrein belobigt sie im Gestus einstiger Ostblockregime, dass das Gedicht zensiert und vom Netz genommen worden sei.“  (…)

http://www.theeuropean.de/wolfram-weimer/10870-merkel-abhaengig-von-erdogan

Kommentar GB:

Das Problem ist, dass sich die deutsche Regierung derzeit in der Rolle des Erpreßten befindet, und dies deswegen, weil die Schengen-Grenzen eben nicht von Anfang an wirksam kontrolliert worden sind. Denn in diesem Fall hätte es weder zur Massenimmigration noch zur Erpressung kommen können. So kann Erdogan leicht die Rolle des Erpressers spielen. Das qualifiziert die Türkei selbstredend nicht zu einer EU-Mitgliedschaft: weniger denn je.