Medienspiegel

Feministische Ökonomik – ein weiterer Bluff

Was Frauen mit Panama am Hut haben

Brigitte Theißl   –   20. April 2016

Geschlechterspezifische Auswirkungen lassen sich auch im Fall der globalen Steuerflucht festmachen. Alternative ökonomische Ansätze finden kaum Gehör.

http://derstandard.at/2000035203048/Was-Frauen-mit-Panama-am-Hut-haben

Kommentar GB:

Ich möchte mich hier nicht über diesen Artikel von Frau Brigitte Theißl äußern; er spricht für sich. –

Nur eine Anmerkung dazu:

Die Entfaltung einer heterodoxen Ökonomik ist m. E. angesichts des derzeitigen Zustandes der Wirtschaftswissenschaften eine prinzipiell wichtige und richtige Forderung.

Allerdings erhebt die bloße Zugehörigkeit zum Sammelbegriff  „Heterodoxe Ökonomik“ deren völlig unterschiedlichen Teile keineswegs alle in den Zustand, in dem man ihnen Diskussionswürdigkeit zugestehen kann, schon gar nicht pauschal, und erst recht nicht wegen der Kennzeichnung „feministisch“, die wohl aufgrund der fixen Idee zustande kommt, auch die Ökonomik werde durch das feministisch definierte „Geschlecht“ bestimmt, was schlicht ideologischer Unsinn ist.

Diese Diskussionswürdigkeit ist erst einmal nachzuweisen, und das gelingt manchen Teilen der Heterodoxie, anderen mißlingt es. Gute Karten haben hierbei jene Teile, die sich paradigmatisch ausweisen können, nicht wenige davon mit massivem theoriegeschichtlichen Unterbau.

Schlechte Karten, und das zu Recht, haben dagegen jene Ansätze, die sozusagen eine Homöopathie der Ökonomik darstellen, und die sich bei genauerem Hinsehen als unhaltbar, oder gar als Hochstapelei, als bloßer Bluff erweisen. Es bedarf keiner Erläuterung, dass eine solche selbstkritische und kritische Prüfung unverzichtbar ist, auch wenn man der Meinung ist, dass es den Wirtschaftswissenschaften nicht gut bekommt, wenn ihr Spektrum und damit der Wettbewerb der Ideen eingeengt wird. Aber auch in der „Heterodoxen Ökonomik“ muß die Spreu vom Weizen getrennt werden, wenn sie Wert darauf legt, wissenschaftlich ernst genommen zu werden.

Wenn es ein zeitgeistiges Gift gibt, dann ist es die postmoderne Beliebigkeit und ihr nihilistischer Relativismus, zusammengefaßt im postmodernen Irrationalismus.

Wird dieser zugelassen, dann hört Wissenschaft auf zu existieren.