Gender und der gesunde Menschenverstand

Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Gender Studies

Ein paradoxer Befund bildete den Ausgangspunkt der Tagung ›Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Gender Studies‹: Allen institutionellen Bemühungen zum Trotz, Gender Studies an den Universitäten zu stärken, stehe eine eigentümliche Marginalisierung dieser Forschungsperspektiven innerhalb der literatur- und kulturwissenschaftlichen Fachdisziplinen gegenüber. Angesichts dessen dränge sich die Frage nach den Bedingungen dieser ›splendid isolation‹ auf. Vor diesem Hintergrund profilierte die Tagung Fragestellungen und Forschungsfelder der kulturwissenschaftlichen Geschlechterforschung, um einerseits diese Entwicklung zu reflektieren und andererseits Lösungswege aufzuzeigen. Das hochkarätig besetzte, intensive und sehr produktive Tagungsprogramm spiegelte die disziplinäre wie inhaltliche Bandbreite der kulturwissenschaftlichen Gender Studies. Forscher*innen aus der Geschichtswissenschaft, Philosophie, Literatur-, Medien- und Theaterwissenschaft stellten Perspektiven aus ihren Disziplinen vor. Die Konferenz rückte disziplinäre Regulierungen von Forschungsfeldern innerhalb der Fachkulturen in den Mittelpunkt, nahm sich den neuralgischen Punkten in den Diskursen um (Ent-)Naturalisierung von Körper und Geschlecht an, betrachtete mögliche Funktionen einer Rückkehr zu identitätspolitischen Positionen sowie interdisziplinäre Schnittstellen und Allianzen.“ (…)

http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6469

Kommentar GB:

Hier zunächst nur eine erste und vorläufige Anmerkung hierzu: Dieser Bericht ist interessant für alle, die einen Eindruck davon gewinnen möchten, was feministische „Kulturwissenschaften“ sind, wie deren Vertreterinnen ticken, welchen Sprach- und Denkstil sie hier zeigen, was sie sagen, oder oder sie überhaupt etwas sagen, was irgendwie sinnvoll zusammengefaßt, benannt und auf den Punkt gebracht werden könnte. Denn das wäre ja die Voraussetzung dafür, dass an ein mögliches Gegenargument wenigstens gedacht werden könnte. Probieren sie das doch einfach mal aus. Aber falls das zu Frustrationen führt, dann geben sie bitte nicht mir die Schuld dafür. Ich bin nur der Bote. Den Titel habe ich übrigens von einer der Teilnehmerinnen entlehnt, die vermutlich meint, „Gender“ habe als Standpunkt gegen den gesunden Menschenverstand Recht, während ich der entgegengesetzten Auffassung bin.

Ich habe vor einigen Monaten einen Vortrag einer über das Professorinnenprogramm befristet neu berufenen Genderprofessorin gehört, und zwar an einer technischen Fakultät, wo sie dann mittels einer Präsentation während ihrer Antrittsvorlesung versuchte, eine Einführung in die Schriften von Judith Butler zu geben. Der Witz dabei war, dass sie als diplomierte Physikerin allen Ernstes (mehrmals!) meinte, die philosophischen Essays von Judith Butler mit der Quantentheorie vergleichen zu können, wohl um Butler in den Ohren der Naturwissenschaftler aufzuwerten.

MIT DER QUANTENTHEORIE!

Ich war völlig perplex. Und abends, wieder zu Hause, da habe dann schallend gelacht.

Ein Meisterleistung! Denn die überbietet kein Kabarettist, ausgeschlossen!