Medienspiegel

Ist der „Islamische Staat“ islamisch?

Lukas Mihr

Lukas Mihr (Jahrgang 1985), wohnhaft in Hamburg, ist Master-Historiker. Er ist Mitglied der Kritischen Islamkonferenz und Autor bei Novo Argumente. Zu seinen Aufgabenschwerpunkten zählt die Kritik am religiösen Fundamentalismus und Ideologien.

„Der Islamische Staat (IS) beherrscht seit dem Sommer 2014 die Schlagzeilen. Die Terrorgruppe hat in Syrien und dem Irak ein Kalifat errichtet und verfolgt ihre Gegner, die „Ungläubigen“, unbarmherzig. Tausende Christen, Jesiden und auch Muslime fielen dem IS zum Opfer. Spätestens mit den Anschlägen in Paris und Brüssel hat der Terror auch Europa erreicht.“ (…)

„Die Organisation für islamische Zusammenarbeit (ein Zusammenschluss 57 islamischer Staaten) lehnt den IS ebenfalls ab. Gegründet hatte sie sich als Reaktion auf die Besetzung der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem durch Israel 1967. 1990 beschloss die OIC die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam”, die von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor allem darin abweicht, dass sie die Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung der Frau ablehnt. Unter ihrem türkischen Vorsitzenden Ekmeleddin İhsanoğlu bekräftigte die Organisation zudem die Ansicht, dass der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich nichts weiter als eine Lüge sei.

Warum sollte man diese Heuchelei aufdecken? Rettet nicht jede Stimme gegen den IS Menschenleben? Auch Obama muss zähneknirschend eingestehen, dass Saudi-Arabien ein nützlicher Bündnispartner ist. Realpolitik eben.

Die Antwort ist simpel: Wenn diese Distanzierungen in der islamischen Welt gehört werden, ist das zu begrüßen. Aber wenn wir im Westen auf diese Heuchelei hereinfallen, geben wir Staaten wie Saudi-Arabien ein Instrument in die Hand, sich als gemäßigt zu präsentieren und ihre Menschenrechtsverletzungen unter den Teppich zu kehren.

Selbstkritik ist nötig

Letztlich musste Peter Frey damit leben, dass die Medien über den „christlichen Attentäter” Breivik berichteten. Empörte Reaktionen der Großkirchen in Deutschland blieben aus. Genauso ist es den Muslimen zuzumuten, den Islamischen Staat als das zu bezeichnen, was er eben ist – islamisch. Je eher Muslime, auch die friedlichen, dies einsehen, umso glaubwürdiger können sie dem islamischen Terrorismus entgegentreten.“ (Hervorhebungen GB)

http://www.theeuropean.de/lukas-mihr/10869-terrorgruppe-und-ihre-unterstuetzer

und die strittigen Quellen:

http://www.islamdebatte.de/islamische-schluesseltexte/kairoer-erklaerung-der-menschenrechte-im-islam/

http://www.igfm.de/themen/scharia/islamische-menschenrechtserklaerungen/einwaende-gegen-scharia/

https://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

http://www.huffingtonpost.de/stefan-schmidt/bischof-warnt-drastisch-vor-muslimischen-fluchtlingen_b_9690994.html?utm_hp_ref=blogs

Kommentar GB:

Die OIC ist das Problem. –

Sebastian Moll

Und alles im Namen der Religion!

(…) „Kein Christ soll sein Martyrium selbst heraufbeschwören, geschweige denn selbst herbeiführen. Der Islam hat ein völlig anderes Verständnis eines Märtyrers, wie wir unlängst wieder in Brüssel beobachten konnten. Sich selbst das Leben zu nehmen und dabei noch andere mit in den Tod zu reißen, ist für einen rechtgläubigen Christen völlig unvorstellbar. Jene, die dies im Namen des Islams tun, können sich hingegen auf Mohammed, den Koran und andere islamische Quellen berufen.

Wenn die deutschen Medien nicht endlich anfangen, diese Unterschiede, die in den Ursprüngen der jeweiligen Religion und nicht etwa in fehlgeleiteten Auslegungen begründet liegen, anzuerkennen, wird eine sachliche Auseinandersetzung zunehmend unmöglich werden.“

http://www.theeuropean.de/sebastian-moll/10831-deckt-der-spiegel-christliche-greueltaten-auf