Wenn man nichts mehr ist

Die traditionelle Arbeiterbewegung rinnt aus, löst sich auf in disparate Segmente, deren Interessen immer schwieriger auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können. Das alte Instrumentarium taugt nicht, ein neues steht nicht zur Verfügung.

29.04.2016  /   (Die Presse)

Unter Deindustrialisierung verstehen wir einen Schrumpfungs-,Zerschlagungs- und Liquidierungsprozess des industriellen Potenzials (Arbeitskräfte, Maschinen, Gebäude, Know-how). Zentral ist der Verlust von Industriearbeitsplätzen, die von der Industrie selbst nicht kompensiert werden können. Kennzeichnend ist, dass immer weniger Arbeit und somit auch Arbeiter zur Herstellung bestimmter Produkte notwendig sind, aber auch dass (nicht nur aufgrund der niedrigen Qualifikation) die verbleibende notwendige Arbeitskraft anderswo billiger eingekauft werden kann. (…)

http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/4978862/Wenn-man-nichts-mehr-ist?_vl_backlink=/home/index.do

Kommnetar GB:

Ein wichtiger, diskussionswürdiger Artikel, insbesondere für soziologisch und politökonomisch Interessierte! Daraus ergibt dich die Frage:

Hat die sich seit Jahrzehnte entwickelnde Dienstleistungsgesellschaft die industriekapitalistischen Sozial- (und Klassenstrukturen), um ein Bild zu gebrauchen: in ähnlicher Weise ausgedünnt, brüchig gemacht, aufgelöst und zersetzt, so wie das, in medizinischer Sicht, die Osteoporose bei den Knochen bewirkt?