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Westlicher Konsum und Islamischer Staat

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Der Islam ist ein System, das von der Religion ausgehend das ganze soziale Gefüge einer Gesellschaft auf totale Weise beansprucht. Dazu gehört auch die Wirtschaft. Eine Reaktion auf diesen Anspruch wird uns nicht erspart bleiben.

Sebastian Sigler

(…) „Ganz anders geht die Offenbarung des Koran mit wirtschaftlichen Fragen um. Das Zinsverbot, das Riba, ist als absolute Grundlage des wirtschaftlichen Handelns zu sehen. In den Suren 2 – und dort gleich mehrfach – sowie 3, 4 und 30 ist das Leihen und Verleihen von Geld als „Hauptsünde“ gekennzeichnet. Übertragen gesprochen: eine Hypothek auf’s Häuschen ist eine Todsünde. Füglich ließe sich darüber diskutieren, ob die Überschuldung von Unternehmen und ganzen Staaten eine auf Dauer sinnvolle Angelegenheit sei, aber es ist sicher, dass die großen Bankhäuser schon ab der Renaissance-Zeit die Erforschung und Nutzbarmachung vieler Ressourcen aus der ganzen Welt maßgeblich vorangetrieben haben. Das ist die Grundlage des Reichtums der westlichen Welt, und diese Grundlage haben streng muslimisch agierende Menschen und Systeme nicht.

Wer in den Sommermonaten durch München geht, bemerkt eine offenkundige Freude am Konsum, den viele augenscheinlich steinreiche Menschen aus dem arabischen Raum zur Schau stellen. Doch das Ausgeben von vorhandenem Geld und unternehmerisches Handeln sind zwei unterschiedliche Dinge. Wenn es in Saudi-Arabien Privatgaragen gibt, in denen 300 Nobelkarossen aus europäischer Produktion stehen, dann darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass sehr viele der Menschen, die der Lehre des Koran folgen, bislang überhaupt kein Mittel gefunden haben, um mit dem innovativen, gewinnorientierten und zu gleich sozialen Denken, das dem westlichen Wirtschaftssystem zugrunde liegt, auch nur annähernd zu konkurrieren.

Wirtschaftstheorie und Glaubenspraxis

Es gibt natürlich einen großen Unterschied zwischen den theoretischen Ansprüchen und praktischer Durchsetzung. Kann denn diese Offenbarung, in der auch Mordaufrufe an Andersgläubigen ihren Platz haben, überhaupt gegen die Werte des freien Denkens, einer freien Gesellschaft, einer freien Wirtschaft konkurrieren? Oh ja, diese Offenbarung kann das. Aber nur, wenn viel, viel Bargeld oder Milliarden auf Bankkonten im Spiel sind. Nehmen wir nur das Beispiel der arabischen Fluglinien Emirates, Etihad und Qatar Airways, die in den Saudi-Arabien benachbarten Emiraten beheimatet sind und mit denen man so hübsch exotisch zu den arabischen Konsumtempel fliegen kann.

Die arabischen Airlines sind in den Heimatländern weitgehend steuerbefreit und machen der deutschen Lufthansa, aber auch anderen europäischen sowie der amerikanischen Airlines auf eine Weise Konkurrenz, die mit westlichen Augen nur als höchst unfair bezeichnet werden kann. Nach den im Koran niedergelegten Moralvorstellungen ist das dagegen völlig unkritisch. Wenn aufgrund von Subventionen und Bargeld die Ungläubigen unfair unterboten werden können, dann ist das Allahs Wille – basta.“  (…)

http://www.theeuropean.de/sebastian-sigler/10828-hintergruende-des-bruesseler-terrors