Die Parteien und der Islam

von 

[Zum Autor: Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?“ sowie „nach-richten: Muslime in den Medien“.]

„Wie die deutsche Politik zu Muslimen und ihrer Religion steht“

„Auf der Webseite der Deutschen Islamkonferenz (DIK) schreibt die 62-jährige Politologin Jytte Klausen, dass Muslime im Durchschnitt stärker zu konservativen Haltungen als die Mehrheitsbevölkerung neigten.

Zum Teil fänden muslimische Verbände bei Themen wie Abtreibung, den Rechten von Homosexuellen oder der Bioethik Gemeinsamkeiten mit anderen religiösen Vereinigungen und Lobbygruppen.

Derzeit stünden jedoch, sagt die dänische Professorin, sozio-ökonomische Themen im Vordergrund, sodass die Mehrheit der Muslime im Allgemeinen für Mitte-Links-Parteien stimme.

Etwa 4 Millionen Muslime in Deutschland

Da die deutschen Meldeämter und Statistiken Muslime nicht nach ihrer Religionszugehörigkeit, sondern unter der Rubrik „Verschiedene“ aufnehmen, beruhen Zahlenangaben über die Zahl ihrer Angehörigen nur auf Schätzungen.

Aktuellere Prognosen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und des Zentralinstituts Islam-Archiv in Deutschland aus dem Jahr 2009, gehen von 4,25 Millionen Muslimen in der Bundesrepublik aus.

Die Deutsche Islamkonferenz dagegen beziffert die Zahl der Muslime in Deutschland auf 3,8 bis 4,3 Millionen.

Die Berliner Soziologin Prof. Dr. Naika Foroutan ging im Januar 2016 auf einer Tagung in Osnabrück davon aus, dass sich diese Menge dank der Flüchtlingszahlen, zumindest zeitweise, um bis zu einer Million Menschen erhöhen könnte.

Nur Schätzungen bei der Zahl von wahlberechtigten Muslimen

Wieviele von den geschätzten etwa zwei Millionen eingebürgerten Muslimen das Wahlalter erreicht haben und wie viele von ihnen tatsächlich zur Wahlurne gehen, darüber gibt es keine gesicherten Daten.

Jytte Klausen vermutet, dass es mehr als eine halbe Million muslimische Wähler in Deutschland gibt. Das Statistische Bundesamt schätzte die Wahlberechtigten unter den deutschen Muslimen im Jahr 2009 vorsichtig auf 750.000.

Demgegenüber ging das Soester Zentralinstitut Islam-Archiv noch im selben Jahr von etwa 1,1 Millionen muslimischen Wählerinnen und Wählern aus.

Nimmt man diese Zahl als Basiswert, dann machen deutsche Muslime bei einer Gesamtmenge von 61,8 Millionen Wahlberechtigten (2013) in Deutschland bescheidene 1,78 Prozent aus. Nicht so großzügige Berechnungen kalkulieren ihren Anteil bei 0,7 bis 1,1 Prozent.

Zünglein an der Waage

Dennoch umwerben deutsche Parteien muslimische Bevölkerungsanteile und erkennen sie als nicht zu unterschätzende potentielle Wähler an. Besonders dann, wenn, wie bei vielen Wahlen der jüngeren Vergangenheit, nur wenige Stimmen die Entscheidung über Erfolg, Koalitionen, Regierungsbildungen oder den Einzug in ein Parlament ausmachen können.“ (…)

http://www.huffingtonpost.de/yasin-bas/parteien-islam-muslime_b_9819518.html?utm_hp_ref=die-linke

[Hinweis: Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Islamischen Zeitung (IZ).]

Frieden, Freude, Eierkuchen …

Katholikentag:

Christen, Juden und Muslime

Katholikentage sind ein Ort des interreligiösen Dialogs. Dabei stellt die Kirche sehr unterschiedliche Fragen: Mit Vertretern des Judentums diskutiert sie über gemeinsame biblische Traditionen. Muslime dagegen werden auf Gewaltpotentiale ihres Glaubens hin befragt. Und alle gemeinsam diskutieren die Rolle von Religion in einer säkularen Gesellschaft. Ein Kollegengespräch mit der freien Autorin Kirsten Dietrich.

Kirsten Dietrich im Gespräch mit Andreas Main

http://www.deutschlandfunk.de/katholikentag-christen-juden-und-muslime.886.de.html?dram:article_id=354934

und

http://de.qantara.de/inhalt/interview-mit-kay-sokolowsky-rassismus-im-gewand-der-islamkritik

aber

http://www.deutschlandfunk.de/tv-tipp-dschihadisten-im-visier-der-muehsame-kampf-gegen.807.de.html?dram:article_id=355012

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