Medienspiegel

… denn sie wollen nicht wissen, was sie tun

Lutz Hausstein

(…) „Es ist genau diese Ignoranz gegenüber der Bevölkerung, die einen immer größer werdenden Teil der Menschen zunehmend wütend werden lässt und radikalisiert. Pegida und AfD, aber auch eine sich verstärkende „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ sind nicht einfach vom Himmel gefallen. Sie sind das Produkt der Politik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte.

Die Menschen stellen fest, dass die politische Nomenklatura nicht – wie es selbstverständlich zu sein hätte – mit ihrer Politik die Interessen der breiten Bevölkerung vertritt, die sie ja eben genau deswegen gewählt hat, sondern nur die einer kleinen, exklusiven Elite, des „Einen Prozents“. Und dies nicht nur gelegentlich und in größeren Abständen, sondern beständig, auf allen gesellschaftlichen Feldern und entgegen sämtlichen Widerständen der „restlichen“ 99 Prozent.

Im gebräuchlichen Rahmen verbleibend, arbeiten die Bürger ihren Widerspruch zwar in sämtlichen möglichen Kommunikationskanälen wie Abgeordnetenwatch oder in Briefen und E-Mails ab, um darauf jedoch aus dem Mitarbeiterstab der Politiker nur aneinandergereihte, vorgefertigte Phrasen, die gern auch mit dem Inhalt des Widerspruchs kaum mehr etwas zu tun haben, oder gleich gar nichts zu erhalten. Alle gesellschaftlich-politischen Korrektive, die die demokratische Verfasstheit vorsieht, sind inzwischen zur Makulatur verkommen und somit wirkungslos.“ (…)

(Hervorhebung GB)

http://www.nachdenkseiten.de/?p=33508#more-33508

Kommentar GB:

Die oben hervorgehobene Passage trifft m. E. das herrschaftspolitische Zentrum der Probleme.

Allerdings vermitteln sich die Interessen der 1% – Minorität mit dem Handeln ihrer politischen (Dienst-)Klasse manchmal auf leicht erkennbare Art und Weise, wie z. B. im Fall der SPD/Schröderschen Agenda-2010, oder der SPD/Gabriels TTIP-Politik, manchmal auf planmäßig intransparente Art und Weise, nämlich dann, wenn es sich um der Öffentlichkeit kaum vermittelbare Politiken handelt, die daher von Propaganda, Desinformation und Repression begleitet werden. In solchen Fällen wird gern der Weg über UN-Organisationen und die EU-Kommission gewählt, und eine offene parlamentarische Debatte wird möglichst ganz vermieden. „Gender Mainstreaming“ (also die Chiffre für Frauenprivilegierungs- = Männerdiskriminierungspolitik ist exemplarisch hierfür; ebenso die globale Bevölkerungs- und Migrationspolitik.

Da sich die in „Richistan“ (Hans-Jürgen Krysmanski) lebende, souveräne 1% – Minorität trotz ihrer jeweiligen nationalen Wurzeln tendenziell global-kosmopolitisch orientiert und eine entsprechende Lebensweise entwickelt hat, erscheint ihr, völlig einleuchtend, die historisch entwickelte Nationalstaatlichkeit, die zugleich Grundlage der Verfassungsrechts und der Demokratien ist, bloß als überholtes, wertloses und zu überwindendes Hindernis ihrer faktischen Souveränität.

Für die 1%-Minorität ist die Demokratie etwas, was vielleicht als Illusion für die Massen erhalten bleiben, aber ansonsten konsequent ausgehebelt und manipuliert werden sollte – was ja tatsächlich geschieht. Wenn das von den Massen bemerkt wird, dann ergeben sich politische Reaktionen, die, weil unerwünscht, wo und wie immer möglich diffamiert, marginalisiert und unterdrückt werden.

Das drückt sich exemplarisch in den Aktivitäten und Bestrebungen von George Soros aus (Open Society Foundations), der zu eben dieser 1% – Minorität zahlt, ebenso wie Donald Trump übrigens – das erklärt teils dessen ebenso trampeliges wie souveränes Auftreten, das seine politische Attraktivität bewirkt.

Im Vergleich zu ihm und aus seiner Sicht ist Hillary Clinton nämlich nichts weiter als ein Mitglied der politischen Dienstklasse, also so etwas wie eine von ihm und seinesgleichen finanzierte untergeordnete leitende Angestellte, die jetzt ein Amt anstrebt, von dem sie, aus seiner Sicht, sowieso völlig überfordert wäre.

Für Barak Obama und Angela Merkel gilt entsprechendes.

Der verstorbene, aus Breslau stammende und seinerzeit noch rechtzeitig emigrierte Historiker Fritz Stern hat Trump zwar intellektuell nicht hoch eingeschätzt, was zutreffen dürfte, aber unter diesem Gesichtspunkt ist auch das Amt des antiken römischen Kaisers mehrfach sehr schlecht besetzt gewesen. Intellektualität, über die Stern in hohem Maße verfügte, ist vermutlich sogar eher hinderlich, es genügen Machtwille, Schläue, Geschicklichkeit, Gerissenheit, Skrupellosigkeit und Realitätssinn.

Wir wissen das von Niccolò.

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

https://www.opensocietyfoundations.org/people/george-soros

https://www.opensocietyfoundations.org/about

http://www.dtv.de/buecher/fuenf_deutschland_und_ein_leben_34561.html

http://www.zeit.de/2013/03/Machiavelli-Principe-Fuerst-500-Jahre