Medienspiegel

Durch mehr Kinderkrippen die Geburtenrate erhöhen?

Albert Wunsch

„Für viele Politiker unterschiedlicher Couleur ist die Ganztagsbetreuung der Königsweg für einen reichen Kindersegen. Doch dieser Glaube ist absurd.

Durch eine Krippen-Offensive die Geburtenrate zu erhöhen ist absurd

Von Politikern unterschiedlichster Richtungen wird – quasi als ‚Global-Koalition’ – immer neu verkündet, die Ganztagbetreuung sei der ‚Königsweg’ zu einem stattlicheren Kindersegen. Diese Stoßrichtung wird durch Frauenverbände und in die Erwerbstätigkeit strömen wollende Frauen meist stark unterstützt.

Wie absurd dieser Irrglaube ist, wird nicht nur durch die Entwicklung in den neuen deutschen Bundesländern eindeutig belegt. Trotz eines superbreiten ganztägigen Betreuungs-Angebotes – selbst für Säuglinge – ging die Geburtenrate nach der Wende rapide nach unten. Auch in Schweden und den übrigen skandinavischen Ländern ist seit Jahren derselbe Trend auszumachen. Dagegen hatte ein Landkreis im Umfeld von Tübingen vor Jahren schon einen weit über dem Bundesdurchschnitt liegende Geburtenzahl bei einem gleichzeitig weit unter dem Durchschnitt liegenden Krippenangebot. Eltern entscheiden sich nicht dann für Kinder, wenn sie diese bald in die Krippen geben können, sondern wenn Kinder gute Aufwachsbedingungen und Eltern gute Lebens- bzw. Erwerbs-Bedingungen haben.

Eine wichtige Differenzierung zwischen Baby-Krippe und Kindergarten

Tauschen sich Menschen im Alltag über Betreuungsmöglichkeiten von Kindern aus, steht schnell der Begriff KiTa (Kinder-Tagesstätte) im Raum. Er wird als Dach-Begriff für die Betreuung von Unter-Dreijährigen in der Krippe und der pädagogischen Arbeit mit den Über-Dreijährigen im klassischen Kindergarten genutzt. In diesem Zusammenhang ist jedoch eine deutliche Abgrenzung zwischen beiden Altersstufen zur Vermeidung undifferenzierter Erörterung vorzunehmen. Denn die Entwicklungs-Voraussetzungen der Kinder, die damit verbundenen pädagogischen Konzepte, die personelle und räumliche Ausstattung sowie die alltagspraktischen Arbeitsabläufe sind zu unterschiedlichen.

Fast alle kritischen Anmerkungen zu einer U-Dreibetreuung entfallen bzw. kehren sich ins Gegenteil für den klassischen Kindergarten. Er ist eine der wichtigsten – auf Friedrich Fröbel zurückgehenden – ‚deutschen Erfindungen’. In Hochachtung für sein Werk und die in diesem Zusammenhang entwickelten pädagogischen Konzepte führten in etlichen Sprachen dazu, dass die deutsche Bezeichnung unübersetzt übernommen wurde.“ (…)

http://www.theeuropean.de/albert-wunsch/10945-das-kinderkrippen-luegen-szenario