Medienspiegel

Großbritannien: Das kleine Antisemitismusproblem der Linken

Veröffentlicht

von Douglas Murray  •  5. Mai 2016

  • Innerhalb einer Woche sah sich die Labour-Partei gezwungen, eine ihrer neuesten Abgeordneten und einen ihrer ältesten Granden zu suspendieren – beide aus dem gleichen Grund.
  • Sowohl Jeremy Corbyn als auch Ken Livingstone sagen, sie verurteilten den Antisemitismus. Meist fügen sie hinzu, dass sie ebenso „Islamophobie und alle anderen Formen von Rassismus“ verurteilen, eine Deklaration, die stets wie ein bewusster Versuch wirkt, den Hass auf Juden unter dem Rock jeglicher Kritik am Islam zu verstecken. Doch zweifellos glauben sie das selbst. Das Interessanteste ist, dass sie während der ganzen Zeit, wo sie das sagen, genau das schüren, was zu verurteilen sie vorgeben.
  • Sie tun so, als täte der jüdische Staat so etwas grundlos. Die Tausenden von Raketen, die die Hamas und die anderen islamistischen Gruppen vom Gazastreifen aus auf Israel abfeuern, werden nicht erwähnt. Der Kommentar macht aus den in höchstem Maße gezielten israelischen Gegenangriffen auf die Hamas im Gazastreifen „brutale“ Angriffe auf „die Palästinenser“ insgesamt. Livingstone erwähnt diese Zahlen, ohne zu erklären, dass der Staat Israel für seine Bürger Luftschutzbunker baut, während die Hamas die Palästinenser als menschliche Schutzschilde und nützliche Leichen für die Fernsehkameras benutzt, um sich als armes „Opfer“ darzustellen.
  • Es ist der Narrativ, den die „Linke“ über Israel erzählt, der zur Renaissance des Antisemitismus führt. Das alles kommt nicht aus dem Nichts. Es kommt von ihr. Wenn die Linke sich darum kümmern will, muss sie sich zuerst um sich selbst kümmern.Jedes Mal, wenn einer glaubt, die britische Labour-Partei habe, was den Antisemitismus betrifft, ein neues Allzeittief erreicht, tun sich plötzlich ganz neue Abgründe auf. Im September schrieb ich an dieser Stelle darüber, dass die Wahl Jeremy Corbyns zum Führer der Labour-Partei bedeutet, dass Rassismus in Großbritannien „Mainstream“ wird. Auch wenn Corbyn behauptet, dass er keinerlei Hass auf irgendjemanden toleriere, ist er doch ein Mann, der sich sein ganzes politisches Leben lang an Antisemiten und an Terrorgruppen angeschmiegt hat, die sich zu ihrer genozidalen Absicht gegenüber dem jüdischen Volk bekannten. Er hat eng mit Holocaustleugnern zusammengearbeitet, antisemitische Extremisten gepriesen und Hamas und Hisbollah als seine Freunde bezeichnet.

    Seit er den Vorsitz übernommen hat, ist deutlich zu sehen, dass die ihm übertragene Führung weiter unten in der Parteihierarchie nachvollzogen wird. Im März legte ich dar, wie die Partei offenbar vom Kopf her fault; damals war ans Licht gekommen, dass der Labour Club an der Universität Oxford zu einer Organisation geworden ist, in der antisemitische Beschimpfungen an der Tagesordnung sind. Doch jeder, der gedacht hatte, tiefer könne die Partei nicht sinken, hatte sich wohl die Entwicklungen der letzten Wochen nicht vorstellen können. (…)

http://de.gatestoneinstitute.org/7991/britannien-antisemitismus-labour