Medienspiegel

Merkel und die Hidschra: unbeabsichtigte Einladung zur Eroberung

„Es sieht nicht danach aus, dass die politische Führung in Deutschland weiß, was Islam bedeutet. Die Bundeskanzlerin hat, ohne es zu wissen, eine Rolle in der symbolischen Re-Inszenierung der Hidschra übernommen. Die Hidschra ist quasi die Urszene des Islams. Viele Muslime betrachten ihren Gründungsmythos als Anleitung zum Handeln.“  Erklärt Barbara Köster.

„Lange schon wird die Islamisierung Europas vorhergesagt und ebenso lange wird diese Prophezeiung als übertrieben bezeichnet und abgetan. Vielleicht wäre es dabei geblieben, hätte nicht der 4. September 2015 eine Zäsur gesetzt. Seit Angela Merkels Offerte, nach Europa zu kommen, ist es, als befänden wir uns in einer anderen Epoche. Der 4. September 2015 könnte als der Beginn einer neuen Zeitrechnung gelten, der Tag 1 einer neuen Auswanderung, einer neuen Hidschra, der Muslime. Sie kommen, eingeladen von der Bundeskanzlerin, genauso wie Mohammed und seine Helfer einst von einer Abordnung aus Medina dorthin eingeladen wurden, wie die Tradition erzählt. Diese Analogie kann Muslimen nicht verborgen bleiben und viele werden sie als Zeichen deuten.

Jeder Muslim weiß, dass die Auswanderung Mohammeds nach Medina der Beginn seiner Machtausübung war. Er war gekommen, um zu herrschen, auch gegen Widerstände. Gemäß der traditionellen Erzählung begann mit der Hidschra der Siegeszug des Islams. Die Regentschaft in Medina war der Auftakt zur Eroberung eines arabischen Weltreiches. Mohammed war ein Flüchtling, der in Mekka von den eigenen Leuten verfolgt und nun in Medina zum weltlichem Herrscher und Apostel Gottes wurde. (Das Wort rasûl – Gesandter – ist ein altes christliches Wort und bedeutet dasselbe wie Apostel.) Er und seine Helfer kolonisierten Medina. Einwohner, die den Islam nicht annehmen wollten, wurden bekämpft und, wie die jüdischen Stämme, vertrieben oder ausgerottet.

Angela Merkel hat am 4. September 2015 die Einladung zur Eroberung ausgesprochen. Sie hat nicht gewusst, was sie tat, denn ihr fehlt das muslimische historische Bewusstsein, die islamische kulturelle Erinnerung. Die Komponenten der kulturellen Erinnerung sind die Grundpfeiler einer jeden Kultur und machen den Unterschied zu anderen Kulturen aus.

Was verstanden wird, zählt, nicht, was gemeint ist

„Einladung“ und „Auswanderung“ sind wichtige Topoi der islamischen Gedächtnisgeschichte. Ihre Reaktivierung durch die deutsche Bundeskanzlerin ist geeignet, bei den Angesprochenen den Wunsch wachzurufen, es möge wieder so werden wie in den alten Zeiten, alle Veränderungen seither gegenstandslos, auch die Verhältnisse im Land, wohin man auswandert, irrelevant, weil es um die eigene unveränderliche, von den historischen Zeitläuften unberührte kulturelle Identität geht, die damals in Medina vom Propheten Mohammed begründet wurde. Medina ist der unveränderliche Ort in unveränderlicher Zeit. Merkels Einladung weckt die Erinnerung daran, dass es einmal die ideale Gemeinschaft der Muslime gegeben hat und die Sehnsucht danach, dass es sie wieder geben könnte. Wäre diese Gemeinschaft wiederhergestellt, könnte der Islam wieder die Weltherrschaft übernehmen. Es sind Menschen ins Land gekommen, die bisher nicht nur an einem anderen Ort gelebt haben, sondern auch in einer anderen Zeit.“ (…)

„Mit dem Islam kommt jedoch eine Kraft ins Land, die eine mächtige Blockade für den freien Meinungsaustausch werden und damit die Grundlage der Wissens- und Wissenschaftsgesellschaften des Westens aushebeln könnte. Werkzeuge sind Kommunikationsverweigerung und das Verbot jeder Kritik am Islam.

Der Islam ist das einzige derzeit bestehende Glaubenssystem, das Andersgläubige unter Androhung von Gewalt dazu nötigt, von Kritik Abstand zu nehmen. Nicht der Westen macht den Islam zur „anderen“ Religion, sondern Muslime selbst schaffen und beanspruchen dieses Anderssein, indem sie den Islam von jeglicher Diskussion und Kritik abschirmen. Kritik am Islam ist für die meisten Muslime entweder Zionismus oder Kreuzzug.“ (…)

http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/merkel-und-die-hidschra-unbeabsichtigte-einladung-zur-eroberung/