MIT-Forscher Chen: „Man muss die Beziehung zu Robotern reflektieren“

Interview Karin Krichmayr  /  4. Mai 2016

„Dan Chen entwickelt minimalistische Roboterfreunde, die dem Nutzer ein Gefühl von Intimität und Trost geben sollen STANDARD: Die meisten Menschen fürchten eine Zukunft, in der Technologien echte Beziehungen ersetzen. Andererseits pflegen wir schon jetzt sehr intensive Beziehungen mit unseren Smartphones und sind stolz auf unsere virtuellen Facebook-Freundschaften. Sollten wir unser Verhältnis zu Technologie überdenken? Chen: Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit besteht darin, herauszufinden, wie sich dieses Verhältnis verändern wird. Insbesondere beschäftige ich mich damit, was passiert, wenn wir intime Momente mit Robotern erleben. Ich tendiere dazu, das nicht pessimistisch, nicht als etwas Schlechtes zu sehen. Wir designen Maschinen, um uns Dinge zu erfüllen, die uns abgehen. Der Umgang mit einer Maschine kann deutlich machen, was uns an Intimität fehlt. Es ist also eine Art Spiegel. Ich versuche zu ergründen, wie es sich anfühlt, mit einem Roboter zu interagieren und inwiefern Roboter dazu beitragen können, uns besser zu fühlen, wenn es uns schlecht geht. STANDARD: Es gibt heute schon „Kuschelroboter“ wie die Therapie-Robbe Paro, die alten oder kranken Menschen helfen soll. Inspiriert von Paro haben Sie in einem aufsehenerregenden Projekt eine Maschine kreiert, die Menschen während des Todes begleitet. Was war das Ziel dahinter? –

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